Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

benutzt  werden,  auch  zwangsweise,  ohne  spezielle  Einwilligung  des  zum
Zahlungsempfang  Berechtigten;  dieses  Geld  mit  der  Währungseigenschaft ­
  wird  Objekt  der  reinen  Geldverträge,  bildet  die  Grundlage  des
Geld-  und  Münzwesens  und  fungiert  insbesondere  auch  ausschließlich  als
Wertmaß..."  (Adolph  Wagner,  Art.  Papiergeld  in  Obst,  Buch
des  Kaufmanns).
Die  Funktionen  des  Geldes  als  Wertaufbewahrungs  -  und  als
Werttransportmittel  sind  volkswirtschaftlich  nur  von  geringerer
Bedeutung.
Letzten  Endes  werden  Waren  und  Leistungen  wieder  mit  Waren  und
Leistungen,  nicht  mit  Geld  bezahlt.  Dieses  leistet  nur  Mittlerdienste;  es
zerlegt  das  Tauschgeschäft  in  zwei  Kaufgeschäfte.  Wir  vergleichen  nicht
die  gekauften  Waren  mit  der  Ware  Gold,  sondern  wir  vergleichen  Preise
in  der  Werteinheit  Geld  miteinander.  Jeder  Wirtschaftende,  sei  er  Konsument ­
  oder  Produzent,  muß  in  Geld  denken  und  in  Geld  rechnen.  Geld
ist  eine  Anweisung  zur  Bezahlung  empfangener  Güter.  Aus  der  Anweisung ­
  selbst  geht  nicht  hervor,  auf  wieviel  Güter  sie  lautet.  Die  Menge
der  für  eine  Geldeinheit  erhältlichen  Güter  ist  räumlich  und  zeitlich  verschieden. ­

II.  Der  Geldwert
1.  Da«  Problem
Um  den  Güterverkehr  auf  eine  sichere  Grundlage  zu  stellen,  geht  das
Streben  dahin,  das  Geldwesen  so  zu  gestalten,  daß  im  Tauschverkehr  mit
einer  bestimmten  Geldsumme  stets  annähernd  die  gleiche  Gütermenge  bezogen ­
  werden  kann.
Wir  kommen  damit  zu  dem  Problem  des  Geld  Werts  als  dem  wichtigsten ­
  Problem  der  Geldtheorie,  wie  der  gesamten  Währungspolitik.  Unter
Geldwert  verstehen  wir  ganz  allgemein  die  Menge  der  Güter,  die  gegen
eine  Geldeinheit  in  Tausch  gegeben  wird.  In  der  Geldwirtschaft  wird  der
Tausch  durch  den  K  a  u  f  ersetzt;  an  die  Stelle  der  T  a  u  s  ch  kraft  tritt  die
Kauf  kraft.  Schwierigkeiten  entstehen  aber  insofern,  als  wir  gewohnt  sind,
den  Wert  jeder  Ware  in  Geldeinheiten  auszudrücken,  während  wir  den
Wert  des  Geldes  offenbar  nicht  in  seinen  eigenen  Einheiten  ausdrücken
können.  Geldwert  ist  nur  ein  anderer  Ausdruck  für  Kaufkraft  des
Geldes.  Er  sinkt,  wenn  wir  für  die  gleiche  Menge  von  Geldeinheiten
            
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