Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Eine dritte, seltener vorkommende Notierung ist die Agio- oder Pro 
zentnotierung. Sie findet sich dort, wo die Münzgesetze Wertgleich 
heit zwischen den Währungen mehrerer Länder vorgesehen hatten, diese 
sich aber nicht aufrechterhalten ließ. So wurden z. B. früher in Paris bel 
gische, schweizerische, italienische Devisen sd. h. die Devisen der Länder des 
einstigen Lateinischen Münzbundes) mit „prime" (Zuschlag) oder „perte" 
(Abschlag) notiert. Die Notiz „Belgique 5 / 16 perte" hieß z. B.: 100 bel 
gische Franken kosten 99 u / 16 französische Franken. 
Die Grundlage des Wechselkurses bildet das W e ch s e l p a r i. Von einem 
festen Pari (Münzpari oder Münzparität) zwischen zwei Län 
dern kann nur gesprochen werden, wenn beide Länder dasselbe Währungs 
metall haben, oder wenn bei verschiedenem Währungsmetall das Wertver 
hältnis zwischen Gold und Silber gleich bleibt. Der innere Wert einer 
Münze wird bedingt durch seinen Gehalt an reinem Edelmetall. Da 
der Feingehalt durch Münzgesetz vorgeschrieben ist, so läßt sich feststellen, 
welche Menge der einen Münzsorte der Menge einer anderen gleich 
wertig ist. 
Aus 1 kg Fein gold sollen z. B. in Deutschland 2790 RM geprägt wer 
den. In der Schweiz wurden aus 1 kgMünz gold, das 900 Tausendteile 
Feingold enthält, 3100 Fr. geprägt. Mithin ergab sich, da in Deutschland 
das Goldäquivalent der Reichsmark, in der Schweiz das Goldäquivalent 
des Franken für den Geldwert bestimmend ist, die Gleichung: 
2790 RM = 9 Fr. (= 1 kg Feingold); 
2970 v 9 81 
also: 1 3 r * = 31 000 — jöq 
Das Wechselpari zwischen Deutschland und der Schweiz war mithin 
100 Fr. —81 RM. 
In Schweden waren in 2480 schwedischen Kronen 1 kg Feingold ent 
halten. Nach ihrem Geldwerte waren also: 
2790 RM — 2480 schwedische Kronen. Demnach 
, 2480 V 100 
100 RM = —2790— = 88,8888 schwedische Kronen oder 
, 2790 X 100 
100 schwedische Kronen — —— = 112,50 RM. 
Umständlicher ist die Ermittlung der Paritäten von Münzen solcher
	        
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