Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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(Staaten, deren Münzgewicht nicht in Kilogramm ausgedrückt ist. In Eng 
land ist z. B. Münzgewicht das Troy-Pfund, das zum Wiegen von Gold 
und Silber in 12 Unzen (ounces, oz.) eingeteilt wird. 1 Troy-Pfund ist 
— 373,24195 g, daher 1 Unze Feingold — 31,1035 g Feingold. Weiter 
wird die Rechnung insofern erschwert, als englische Goldmünzen u / 12 , 
die der meisten anderen Länder hingegen nur s / 10 Feingehalt haben. Die Be 
rechnung der Parität zwischen dem englischen und dem deutschen Gelde er 
gab sich aus folgendem Kettensatz: 
x RM — 1 £ Sterling 
1 £ Sterling — 240 Pence 
934,5 Pence — 1 Unze Standard Gold 
12 Unzen St.-G. — 11 Unzen Feingold 
1 Unze F.G. = 31,1035 g Feingold 
1000 g Feingold = 2790 RM. 
Mithin: 1 £ = 20,4295 RM. 
Die Goldparität zwischen Deutschland und England war also rund 20,43, 
mit Holland 168,74, mit New Jork 419,79. 
Zwischen gebundenen Währungen und freien Währungen (Papierwäh- 
rungen, Silberwährungen mit gesperrter Prägung) läßt sich ein Glei 
chungspunkt natürlich nicht berechnen, da bei den freien Währungen der 
Wert der Rechnungseinheit nicht durch irgendeinen dritten Stoff, dessen 
Wert in einem gegebenen Augenblick bekannt wäre, bestimmt ist. 
Während im Effektenkassehandel nur e i n Kurs, der Einheitskurs, besteht, 
gibt es im Devisenhandel für jede Währung einen (höheren) Briefkurs, zu 
dem die Bank an den Kunden verkauft, und einen (niedrigeren) Geldkurs, 
zu dem die Bank vom Kunden kauft. Die Spanne zwischen den beiden Kur- 
sen (2%o) ist Gewinn der Bank. Mittelkurs nennt man die Mitte 
zwischen Brief- und Wechselkurs. Die Mitte zwischen Geld- und Mittel 
kurs ist der gespannte G e l d -, die Mitte zwischen Mittel- und Briefkurs 
der gespannte Briefkurs. 
Der Devisenhandel spielt sich in gewissen Normen ab. Banken und Bank 
firmen haben sich durch „Abmachungen" verpflichtet, bestimmte Mindest 
provisionen zu fordern und die Valutierung von Schecks usw. in vereinbar 
ter Weise vorzunehmen. Liegt z. B. ein Auftrag vor, eine Devise zum amt 
lichen Kurse zu kaufen, so hat Banken gegenüber die Abrechnung zum ge 
spannten Kurse zu erfolgen, Nichtbankiers gegenüber zum Briefkurs, in
	        
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