Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Eine  Versendung  von  Münzen  kommt  im  internationalen  Zahlungsverkehr
seltener  vor  als  die  Versendung  von  Banknoten.
Das  Umwechseln  von  Münzsorten,  das  in  früheren  Jahrhunderten
einer  der  Hauptgeschäftszweige  des  Bankiers  war,  ist,  soweit  es  sich  um  den
Gebrauch  für  den  internationalen  Reiseverkehr  handelt,  heute  etwas  in
den  Hintergrund  getreten,  da  infolge  der  geordneten  Münzverhältnisse
in  den  meisten  zivilisierten  Staaten  und  infolge  Einführung  besserer
Zahlungsmethoden  im  internationalen  Verkehr  durch  häufigen  Gebrauch
von  Akkreditiven,  Kreditbriefen  und  Reiseschecks  das  Bedürfnis  hierfür
sich  verringert  hat.  Das  Geschäft  wirst  heute  dem  Bankier  nur  einen  verhältnismäßig ­
  geringen  Gewinn  ab.
Von  Goldsorten  kommen  nur  noch  zur  Notiz:  Sovereigns  (die
englischen  Pfund-Stücke),  20  Franken-Stücke  und  die  nordamerikanischen
Gold-Dollars,  die  in  Stücken  zu  1,2 1 / 2/  5,10,  s  Eagles)  und  20  $  geprägt  sind').
Benötigt  der  Sortenkassierer  fremde  Geldsorten,  d.  h.  hat  sein  Vorrat
den  eisernen  Fonds,  den  er  von  den  gängigen  Sorten  halten  will,  unterschritten, ­
  oder  gehen  größere  Kaufaufträge  ein,  so  ersucht  er  das  Devisenbüro, ­
  Anschaffung  zu  machen.  Käufe  erfolgen  an  der  Börse,  oder  es  wird
von  Büro  zu  Büro  gehandelt,  d.  h.  Banken  und  Bankfirmen  des  Platzes
werden  telephonisch  angefragt,  ob  sie  bereit  sind,  die  genannten  Beträge
abzugeben,  oder  die  Anschaffung  erfolgt  an  einem  anderen  Börsenplatz.
Stets  wird  die  Bank  ihren  Bedarf  auf  billigstem  Wege  zu  decken  suchen.
Das  geschieht  vielfach  auch  in  der  Weise,  daß  sie  sich  die  betreffenden  Noten
aus  dem  Auslande,  auf  Grund  des  dort  vorhandenen  Guthabens,  kommen
läßt.  Sie  wird  dies  besonders  dann  tun,  wenn  infolge  lebhaften  Reiseverkehrs ­
  starke  Nachfrage  nach  bestimmten  ausländischen  Noten  besteht,  der
kein  entsprechendes  Angebot  im  Jnlande  gegenübersteht.
Besteht  Devisenbewirtschaftung,  so  kommt  dies  alles  natürlich  nicht  in  Betracht!  i)
i)  Früher  wurden  u.  a.  noch  notiert:  Dukaten,  das  sind  in  Österreich-Ungarn
  geprägte,  nicht  in  das  Währungssystem  eingeordnete,  zu  Zahlungen  an
das  Ausland  bestimmte  Handelsmünzen,  die  sich  durch  hohen  Feingehalt  ( ll M
auszeichnen.  8-fl.  -Stücke  gehören  der  früheren  österreichischen  Währung  an
und  gleichen  im  Gewicht  und  Feingehalt  den  20  -  F  r  a  n  k  e  n  -  S  t  ü  ck  e  n.  (Sitte)
Imp  erials  sind  die  von  1817—1885  geprägten  goldenen  S-Rubel°Stücke
(916-/-  fein).
            
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