fügen zu können. So ist aus dem Familieneigentum allmählich ein
individuelles Eigentum geworden.
Mt der Erklärung der Entstehung des individuellen Privat
eigentums ist aber für die Entstehung der individualistischen Wirt
schaftsordnung noch nichts gewonnen. Privateigentum bleibt Privat
eigentum, gleichviel, ob es ein Familien- oder ein individuelles Pri
vateigentum ist. Und es hat auch nicht viel Zweck, die angeblich
kommunistischen formen der Landnutzung, die man bei einer Reihe
von Völkern auf einer bestimmten Entwicklungsstufe findet und die
man dazu benutzt hat, den Sozialismus als das die Rnfänge der
Wirtschaftsentwicklung der Menschheit beherrschende Prinzip hinzu
stellen, in diese Erörterung hereinzuziehen. Bei diesem sogenannten
primitiven Lodenkommunismus bleibt gerade die entscheidende Frage
oft unklar, ob nämlich das gemeinsame Bodeneigentum nicht eben nur
die Folge davon ist, daß alle Nutzungsberechtigten sich noch als
die Mtglieder eines Familienverbandes betrachten und fühlen, von
individualistischer und sozialistischer Wirtschaftsordnung zu sprechen,
hat überhaupt nur Sinn, wenn die Entwicklung schon zur Ausbildung
einer eigentlichen Staatsgewalt und zur Trennung der alten Sippen
verbände in wirtschaftlich vollkommen selbständige Sonderfamilien
geführt hat. Und einer der Grundgedanken des Sozialismus liegt
darin, daß der Familienegoismus durchbrochen und von Staats wegen
eine wirtschaftliche Solidarität der Volksgenossen herbeigeführt wer
den soll, die über den natürlichen Familienzusammenhang hinaus
geht. Sozialismus bedeutet stets eine Verneinung des wirtschaftlichen
Hamilienzusammenhalts zugunsten des wirtschaftlichen Verbunden
seins größerer Nreise.
Daraus folgt aber: solange die Entwicklung der sozialen Gemein
schaften noch nicht zur Bildung größerer verbände geführt hat, die
über die durch Blutsverwandtschaft sich verbunden fühlenden Sip
pen- oder Stammesverbände weit hinausgehen, kurz, solange noch>
nicht eigentliche Staaten entstanden sind, können dieBegriffe Indi
vidualismus und Sozialismus im Grunde überhaupt noch nicht zur