Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

2.  Der  Ausschuß,  der  die  laufende  Überwachung  der  gesamten  Geschäftsführung ­
  vorzunehmen  hat  und  dem  Direktorium  Richtlinien  für  Kreditgewährung ­
  geben  kann;
3.  Die  Hauptversammlung.  Sie  ist  über  den  Stand  der  Geschäfte  zu  unterrichten ­
  und  beschließt  über  den  Jahresabschluß.

Y.  Akreptbaak  Aktiengesellschaft
Am  28.  Juli  1931  wurde,  auf  Anregung  der  Neichsbank,  unter  Mitwirkung ­
  des  Reichs  und  zwölf  privater  und  öffentlich-rechtlicher  Kreditinstitute ­
  die  Akzept-  und  Garantiebank  AG.  mit  einem  Kapital  von  200
Millionen  RM  gegründet,  das  Garantie  kapital  sein  sollte  und  daher
nur  mit  25  %  eingezahlt  wurde.  2 / 5  des  Kapitals  brachte  das  Reich,  3 / 5  die
beteiligten  Banken  auf.  Im  Juli  1934  erhöhte  das  Reich  seinen  Kapitalanteil, ­
  der  dadurch  auf  y i0  des  Grundkapitals  anwuchs.
Zweck  der  Gründung  sollte  sein,  den  durch  die  Bankenkrise  vom  Juli  1931
in  Stockung  geratenen  Geldverkehr  bei  Banken  und  Sparkassen  durch  Gewährung ­
  von  Akzept-  und  Diskontkrediten  wieder  in  Gang  zu  bringen.
Bald  stellte  sich  aber  auch  die  Notwendigkeit  heraus,  zur  Finanzierung
von  neu  auftretenden  wirtschaftlichen  Aufgaben,  insbesondere  neuer  Aufträge ­
  an  die  Industrie,  deren  kurzfristige  Abwicklung  gesichert  ist,  Kredite
zu  geben.  Daher  wurde  in  der  Generalversammlung  vom  8.  März  1932
als  Gegenstand  des  Unternehmens  bezeichnet:  „Gewährung  von  Krediten
nur  an  Banken,  Bankiers  und  Kreditinstitute  aller  Art  oder  in  Gemeinschaft ­
  mit  solchen,  insbesondere  durch  Gewährung  seines  Akzepts  und  durch
Diskontierung  von  Wechseln  jeder  Art."  Die  Firma  wurde  geändert  in
„Akzeptbank  Aktiengesellschaft".
Als  eine  Bank  für  Banken  hat  die  Akzeptbank  ihre  Zins-  und  Pro-Visionssätze
  niedriger  bemessen,  als  sie  seitens  der  Banken  ihren  Kreditnehmern ­
  gegenüber  üblich  sind.  Ihr  eingezahltes  Kapital  hielt  die  Bank  bei
den  Banken,  die  bei  ihr  mit  Kapital  beteiligt  waren,  so  daß  sie  tatsächlich
ohne  eigenes  Betriebskapital  arbeitete.  Den  größten  Teil  ihrer  Wechsel  hat
sie  bei  der  Reichsbank,  einen  anderen  Teil  im  Privatmarkt  untergebracht.
1936  trat  die  Akzeptbank,  nachdem  sie  ihre  wesentlichen  Ausgaben  erfüllt
hatte,  in  Liquidation.  Diese  wurde  von  der  Dresdner  Bank  treuhänderisch ­
  für  Rechnung  des  Reichs  durchgeführt.
            
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