2. In den Reserven („Eest") wird auch der im laufenden Halbjahr er-
zielte Gewinn verbucht. Der 3 Millionen £ übersteigende Betrag gelangt
am 5. April und am 5. Oktober zur Ausschüttung. Kurz vor der Divi
dendenzahlung sin den letzten Jahren 6 °/o halbjährlich) erreicht daher der
Reservefonds seinen höchsten Stand.
Einen zweiten, in der Bilanz nicht eingesetzten Reservefonds besitzt die Bank
in ihren wertvollen Immobilien: Das Bankgebäude im Herzen der City, das
einen Wert von mehr als 3 Millionen £ darstellt, steht mit v zu Buch.
3. Staatsdepositen (Public Deposits) sind Regierungsgelder,
die von verschiedenen Stellen an die Bank als Kassenführerin des Staates
gelangen, ferner Sparkassenguthaben, nicht erhobene Zinsen der Staats-
anleihen usw. Solange der Staat seine Schuld bei der Bank von England
nicht getilgt hat, ist er verpflichtet, die zeitweise nicht zur Verwendung
gelangenden Gelder bei ihr zu hinterlegen.
4. Privatdepositen (Otber Deposits). Sie gliedern sich 1. in
Bankeinlagen (bankers balances) — die großen Privatbanken halten etwa
11 °/ 0 ihrer Depositen als Liquiditätsreserve, teils als Guthaben bei der
Bank von England, teils in Form von Noten —, 2. in Gelder von
Privaten und Kaufleuten. Trotz ihrer Unverzinslichkeit ist der Betrag der
fremden Gelder groß (sprichwörtlicher Ausdruck „sacke as the' Bank of
England").
Den Passiven stehen folgende Aktivpo sten gegenüber:
1. Regierungssicherheiten (Government Securities). Sie be
stehen aus englischen und britischen Staatspapieren.
2. Andere Sicherheiten (Otber Securities). Es sind dies die
übrigen Wertpapiere, die die Bank besitzt, hauptsächlich Kolonial- und
Bankaktien, ferner Wechsel- und L o m b a r d b e st ä n d e. Da nach
dem „Gommon Law" die als Sicherheit für ein Darlehen verpfändeten
Werte formell in das Eigentum des Gläubigers übergehen — dem Schuld
ner verbleibt bis zur Abwicklung des Pfandgeschäftes nur die Nutz
nießung —, sind in dem Posten nicht nur die Anlagen der Bank, sondern
auch die als Sicherheit gegebenen Werte enthalten.
Die Bank von England regelt das gesamte Zahlungsmittelvolumen durch
ihre Diskontpolitik und ihre Offen-Markt-Politik. Der im Verhältnis
zu den kontinentalen Zentralnotenbanken sehr geringe Bestand an Wech-
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