Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Der  Spißenausgleich  kann,  wie  in  Deutschland,  durch  das  künstliche
Mittel  des  Stillhalteabkommens  zeitlich  ausgeschaltet  sein.
b)  Bildung  des  äuße.ren  Geldwertes
Hinsichtlich  der  Bildung  des  äußeren  Geldwertes  gibt  es  zwei  Theorien,
die  Zahlungsbilanztheorie  und  die  Kauskrasttheorie.
Die  Zahlungsbilanztheorie  geht  aus  von  Vorgängen  auf
der  Warenseite:  Der  Außenwert  des  Geldes  sWechselkurs)  wird  bestimmt
durch  die  Zahlungsbilanz.  Bei  passiver  Zahlungsbilanz  muß  der  Saldo  durch
Gold  beglichen  werden.  Steht  aber,  wie  in  jedem  Lande  mit  Papierwährung, ­
  Gold  nicht  zur  Verfügung,  so  wird  infolge  der  Nachfrage  nach
Devisen,  mit  denen  die  Schuld  beglichen  werden  muß,  der  Wechselkurs
steigen  sder  Außenwert  des  Geldes  sinken),  d.  h.  die  Devise  muß  höher
bezahlt  werden,  als  es  dem  metallischen  Wertverhältnis  der  beiden  Währungen ­
  entspricht.
Nach  dieser  Theorie  ist  die  Inflation  nicht  durch  die  Geldvermehrung
verursacht  worden;  die  vermehrte  Notenausgabe  sei  vielmehr  erst  die
Folge  der  durch  die  Passivität  der  Zahlungsbilanz  hervorgerufenen
Preissteigerung  gewesen.  Adolf  Weber  ist  unbedingt  zuzustimmen,
wenn  er  sagt,  daß  für  die  Erklärung  der  täglich  relativ  geringen  Wechselkursbewegungen,
  die  wir  auch  bei  Ländern  mit  stabilisierter  Währung
beobachten,  die  Zahlungsbilanztheorie  sich  heranziehen  lasse.  Die  großen
dauernden  Schwankungen  können  auf  diese  Weise  aber  nicht  erklärt  werden.
Sie  sind  die  naturgemäße  Folge  davon,  daß  aufdieDauer  das  heimische
Geld  im  Ausland  unmöglich  mehr  oder  weniger  Kaufkraft  haben  kann,  als
im  Inland.  —  Terhalle  wendet  gegen  die  Behauptung,  der  Wechselkurs
werde  durch  die  Zahlungsbilanz  beeinflußt,  mit  Recht  ein,  es  müsse  zunächst
einmal  untersucht  werden,  wieweit  der  Wechselkurs  seinerseits  die  Zahlungsbilanz ­
  beeinflußt.
Die  Theorie  von  der  Kaufkrastparität  wurde  in
Anknüpfung  an  Ricardo  von  G  u  st  a  v  Cassel  begründet.  Der
Außenwert  des  Geldes,  sagt  Cassel,  wird  nicht,  wie  bei  andern  Waren,
bestimmt  durch  Angebot  und  Nachfrage  —  beim  Geld  bestehe  die  Verwendung ­
  nicht  im  Verbrauch,  wie  bei  andern  Waren,  sondern  im  Kauf
von  Waren  und  in  Zahlungen.  Der  Außenwert  des  Geldes  wird  vielmehr
bestimmt  durch  die  Kaufkraft  des  B  i  n  n  e  n  w  e  r  t  e  s.  Entscheidend
            
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