Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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möglichen  sie  es,  die  Wünsche  der  Käufer  kennenzulernen,  um  dementsprechend ­
  Güter  herzustellen  oder  Großeinkäufe  vorzunehmen.
Märkte  im  engeren  Sinne  sind:
1.  die  Wochen.  undJahrmärkte,die  ein  oder  mehrere  Male
in  der  Woche,  bzw.  im  Jahre  stattfinden,  und
2.  die  Messen,  die  ursprünglich,  wie  schon  aus  dem  Namen  hervorgeht ­
  (Schlußwort  des  katholischen  Gottesdienstes:  „ite,  missa
est“  [sc.  contio]),  im  Anschluß  an  die  kirchlichen  Feste  stattfanden.
Von  den  Wochen-  und  Jahrmärkten  unterscheiden  sich  die  Messen  in
der  Regel  durch  längere  Dauer,  durch  die  Höhe  der  Umsätze  und  durch
gewisse  äußere  Formen,  die  in  den  verschiedenen  Meßordnungen  angegeben ­
  sind.  Die  Messe  dient  dem  internationalen  Verkehr,  der  Jahrmarkt ­
  dem  eines  beschränkten  Gebietes.  Die  Käufer  auf  den  Messen  sind
nicht,  wie  meist  die  Käufer  auf  den  Märkten,  Konsumenten  (Selbstverbraucher),
  sondern  Händler.
Eine  neue  Marktform  entwickelte  sich  am  Ende  des  19.  Jahrhunderts,
als  der  Verkauf  auf  Grund  von  ausgestellten  Mustern  erfolgte;  es  entstanden ­
  neben  den  bisherigen  Messen  die  M  u  st  e  r  l  a  g  e  r  m  e  s  s  e  n.
Von  internationaler  Bedeutung  sind  die  Messen  inNischny-Nowgorod
und  I  r  b  i  t  (für  Rauchwaren),  vor  allein  aber  auch  die  L  e  i  p  z  i  g  e  r  Messe.
Im  Frühjahr  und  Herbst  reisen  viele  tausend  Einkäufer  aus  allen  Erdteilen
nach  Leipzig,  und  die  Zahl  der  Besucher  überschreitet  jedesmal  100  000.  Von
geringerer  Bedeutung  sind  die  Messen  in  Breslau,  Frankfurt«.  M.  und
Königsberg.  Überall  aber  herrscht  die  moderne  Form  der  Messe,  die
Mustermesse.  Neben  diesen  Allgemeinmessen  bestehen  noch  Messen,  die  sich  auf
mn  oder  mehrere  Fachgebiete  erstrecken  (S  o  n  d  e  r  m  e  s  s  e  n).
Die  Börsen  dienen  dem  Verkehr  in  vertretbaren  (fungiblen) ­
  Gegenständen,  d.  h.  in  solchen  Gegenständen,  die  1.  von  gleicher
Beschaffenheit  sind,  2.  im  Verkehr  nach  Zahl,  Maß  oder  Gewicht  bestimmt
zu  werden  pflegen,  und  3.  durch  ein  anderes  Gut  der  gleichen  Menge
ersetzt  werden  können  Z.  Das  Wesen  der  Vertretbarkeit  kann  eine  Güterart ­
  von  Natur  aus  besitzen  (z.  B.  die  Wertpapiere  derselben  Gattung),
oder  es  kann  künstlich  geschaffen  sein  durch  die  Aufstellung  einer  bestimmten ­
  Qualität  als  Type.  Die  Waren  werden  nicht  in  den  Börsenraum
l )  Volle  Fungibilität  ist  von  Natur  aus  nicht  vorhanden  —  überall
finden  sich  individuelle  Unterschiede  in  der  Natur.
            
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