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Nach der Tageszeit der Börsenversammlungen spricht man von
Früh-, Haupt-, Mittags- und Abendbörsen.
2. Warenbörsen^)
Waren, die vertretbar sind (Metalle, Getreide, Baumwolle), können,
wie die Wertpapiere, börsenmäßig gehandelt werden (Warenbörsen):
Waren dagegen, von denen jedes Stück eine andere Eigenschaft besitzt,
werden individuell aus den Warenmärkten umgesetzt. Eine scharfe Trennung
ist jedoch unmöglich. — Bei den Waren- oder Produktenbörsen 2 ), die
häufig mit den Fondsbörsen vereinigt sind, unterscheidet man
1. allgemeine Börsen — es werden Geschäfte in mehreren Warengattungen,
hauptsächlich in Getreide, Mehl- und Mahlprodukten,
Hülsenfrüchten, Olsaaten, Spiritus, Petroleum, Kartoffeln, Preßhefe,
Eiern usw. abgeschlossen — und
2. Spezialbörsen — sie sind nur für einen einzigen Welthandelsartikel
eingerichtet.
Im internationalen Handel spielen eine große Rolle die Warenbörsen
in Wien, Prag, Czernowitz, Graz, Linz, Zürich, Paris (La bourse de commerce),
Amsterdam, Rotterdam und vor allem die Zentralbörsen der Welt: New Jork,
Chicago, London, Liverpool.
Spezialbörsen sind z. B.: die Zucker börse (London, New Jork), die
Petroleum börse (Bremen, London, NewIork), die K o h l e n börse (London),
die B a u m w o l l börse (New Jork, Liverpool), die E i s e n börse (Brüssel, Glasgow,
London, New Jork), die Hopfen börse in Nürnberg. Am meisten ausgebildet
ist das System der Spezialbörsen in London und in New Jork, wo selbes
Schrifttum: I. Hel lau er, System der Welthandelslehre. 3. Ausl.
Berlin 1920. Aug. Hilbrink, Die Warenbörse. Leipzig 1925. I. Hirsch,
Organisation und Formen des Handels, im Grundriß der Sozialökonomik,
Tübingen 1925. Otto Hoffmann, Wie liest man den Wirtschaftsteil einer
Tageszeitung? Frankfurt a. M, 1936. Georg O b st, Der Handelsteil
einer Zeitung. Berlin 1923. P i n n e r, Der Getreideterminhandel in
Deutschland. Berlin 1914. Walter Schück, Handbuch der Exportpraxis.
Stuttgart 1931. W. Schuster, Finanzierungsprobleme im Außenhandel.
Stuttgart 1981.
-) „Produkt" ist der Sammelbegriff der börsengängigen Waren: im engeren
Sinne versteht man unter Produktenbörsen solche Börsen, die sich mit dem
Handel in landwirtschaftlichen Erzeugnissen und verwandten Artikeln befassen.