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ständige Spezialbörsen für Baumwolle, Petroleum, Steinkohle, Eisen, Metalle,
Leder usw. bestehen.
Da bei dem Handel in Waren, im Gegensatz zu dem Handel in Wert
papieren, nicht jede Menge von der gleichen Beschaffenheit ist, eine Sorte
nicht durch eine andere ersetzt werden kann, ja selbst bei der gleichen Sorte
erhebliche Unterschiede bestehen, so wird nach Probe oder Muster verkauft,
und bei der Preisnotierung wird auch die Herkunft (Provenienz) und
Qualität der Waren angegeben. Durch die Börsenvorstände wird ent
weder ein für allemal oder in bestimmten Zeiträumen (meist nach Ausfall
der Ernte) festgesetzt, von welcher Beschaffenheit die zu liefernde Ware
sein muß.
So bedeutet z. B. beim Kaffee-Terminhandel in Hamburg und Havre „8an
tos good average", daß von der Ware 2 /e aus „superior“, 3 /s aus „good“ und
Vg aus „regulär" Santos-Kaffee bestehen muß. Was unter superior, good und
regulär zu verstehen ist, wird jedes Jahr nach der Kaffee-Ernte von neuem
festgesetzt.
Bezüglich des Erfüllungsortes, d. h. der Art und Weise, wie
die Lieferung zu erfolgen hat, unterscheidet man bei den Preisnotierungen:
a) Preis ab Magazin oder Lagerhaus;
b) Preis frei an Bord (englisch fob, Abkürzung für free on board).
Der Verkäufer liefert das Handelsgut nur frei in den Dampfer —
der Käufer hat also für Fracht und Versicherung selbst zu sorgen;
a) Preis es (Last and Freight) und Preis cif (Cost, Insurance and
Freight). Der Verkäufer trägt die Kosten für den Transport bis
zum Bestimmungshafen, bei cif noch außerdem Seeversicherung; in
deutschen Verträgen sagt man dafür: „einschließlich Fracht und
Versicherung";
d) Preis ex quay oder ex warehouse des e u r o p ä i s ch e n P l a tz e sst.
Der Preis versteht sich nach den Usancen des betreffenden Ortes.
i) Diese Handelsausdrücke haben nun in den einzelnen Ländern vielfach trotz
des gleichen Wortlauts der Abkürzung verschiedene Bedeutung. Die Schieds
gerichte in den großen Häfen müssen dauernd Streitfälle schlichten, die
aus der verschiedenen Auslegung dieser Formeln entstanden sind.
„Fob" ohne den Zusatz „vessel" (Schiff) bedeutet in den Vereinigten Staaten
von Amerika soviel wie bei uns „Lieferung frei Waggon". Ist z. B. der Ver
trag nach der amerikanischen Formel „kob vessel", die der Formel „kob"
entspricht, abgeschlossen, so hat der Verkäufer folgende Verpflichtungen: 1. Er