Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Die Genauigkeit der Auszeichnungen leidet aber darunter, daß die Höhe der 
Währungsausgleichsfonds^) in der Regel nicht bekanntgegeben 
wird. Eine rühmliche Ausnahme machte der englische Schatzkanzler Sir 
John S i m o n, als er Ende Juni 1937 dem Unterhause mitteilte, der 
englische Währungsausgleichsfonds [Exchange Equalisation Account) 
sei von 350 auf 550 Millionen Pfund erhöht worden. Mit Hilfe der Aus 
gleichsfonds sind die Staaten bestrebt, die nationale Wirtschaft gegen die 
wechselvollen Wirkungen internationaler Kapitalbewegungen zu isolieren. 
Aber nur denjenigen Teil der Kapitalströme wird der Ausgleichsfonds 
abzufangen in der Lage sein, der sich kurzfristig von Land zu Land bewegt. 
Zum Verständnis der Wührungsfrage ist neben der Kenntnis der Pro 
duktionsverhältnisse der beiden Edelmetalle auch die Kenntnis des Wert- 
verhältnisses von Gold zu Silber wichtig. 
Uber das Wertverhältnis und die Wertschwankungen von Gold und 
Silber im Altertum und im Mittelalter besitzen wir nur wenig genaue 
Aufzeichnungen. Bei den Babyloniern galt eine Gewichtseinheit Gold so 
viel wie 13V 3 Geivichtseinheiten Silber, es bestand also ein Verhältnis 
von 1 zu 13Vg- Zu Cäsars Zeiten war infolge Entdeckung reicher Gold 
felder der Wert des Goldes gesunken; das der Ausprägung von Silber- 
und Goldmünzen zugrundeliegende Verhältnis betrug 1:9. In den nächsten 
Jahrhunderten stieg es wieder auf 1:13. Im Mittelalter schwankte das Ver 
hältnis zwischen 1:10 und 1:12. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 
in den Anfang des 19. Jahrhunderts bewegte sich das Verhältnis zwischen 
1:15 und 1:15,6, 1820—1875 zwischen 1:15,3 und 15,9. Während mehrerer 
Jahrhunderte hat sich also das Tanschperhältnis zwischen den Waren Gold 
und Silber so gut wie nicht geändert. In der Zeit von etwa 1650 bis 
1875 war eine Einheit Gold in etwa 15—15,8 Einheiten Silber ein 
tauschbar. 
*) Während der englische Ausgleichsfonds durch Ausgabe von Schatzscheinen 
gebildet wurde, bildete die Grundlage des Ausgleichsfonds der V e r e i n i g t e n 
StaatenvonAinerikader Buchgewinn, der sich durch Neubewertung des 
Goldes ergeben hatte. Auf gleiche Weise entstand in F r a n k r e i ch der „Fonds 
de Stabilisation des changes". Holland speiste, wie England, seinen Ausgleichs 
fonds mit kurzfristigen Schatzwechsel». Da Holland, ebenso wie England, sich auf 
keine bestimmte Parität festlegte, eine Neubewertung des Goldbestandes mithin 
nicht erfolgte, konnte der Ansgleichsfonds aus Buchgwinn nicht entstehen.
	        
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