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3. Währungssusteme
Eine funktionsfähige Währung gehört zu den wichtigsten Grundlagen
eines gesunden Staatswesens und Wirtschaftslebens. Welches Wührungs-
system verdient den Vorzug? Da jede Veränderung des Preisniveaus
gleichbedeutend ist mit einer Teilenteignung entweder der Gläubiger und
der Besitzer von Geld oder der Schuldner und der Besitzer von Waren, so
wird eine wertbeständige Währung gefordert, die gleichbleibende
Preise verbürgt, d. h. eine Währung, bei der für 1 Mark, für 1 Dollar
usw. stets die gleiche Menge Ware in gleicher Beschaffenheit erhältlich ist.
Wäre aber diese „Jdealwährung", selbst wenn sie sich verwirklichen ließe,
wünschenswert? —
Sehr übersichtlich faßt Adolf Weber (Leitfaden der Allgemeinen
Volkswirtschaftslehre, München 1934) die praktisch in Anwendung ge
brachten oder doch theoretisch denkbaren Währungssysteme zusam
men:
I. Metallistische Währungssysteme:
1. Monometallistische Währungen:
a) mit Selb st rege! ung auf Grund des Metall-
werts; entweder ist Gold oder Silber der Währungsstoff;
in diesem ist freie Prägung gewährleistet. Eine Abart ist die
„hinkende Goldwährung";
b) mit zentraler Steuerung der Geldmenge; das
Währungsmetall hat im Inland nur Sicherungsfunktion, im
Auslandsverkehr übernimmt es wie die freie Metallwährung die
Funktion des Spitzenausgleichs in Barren oder in Devisen
(Goldkernwährung).
2. Bimetallistische Währungen:
n) Parallelwährung; Gold und Silber laufen nebenein
ander; freie Prägung ist in beiden Metallen gestattet; die Wert
relation richtet sich nach den Edelmetallmärkten;
b) Gesetzliche Doppelwährung;
die Wertrelation ist festgelegt.