Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Portugal.  Nach  dem  Kriege  hat  sich  die  Zahl  der  Währungssysteme  um  13,  also
auf  22,  vermehrt.  Die  neuen  Währungseinheiten  sind  im  allgemeinen
(bic  Stabilisierungskurse  waren  meist  sehr  niedrig!)  erheblich  kleiner  als  früher.
a)  Silberwährung
Die  Metallwährung  ist  entweder  einfache  Währung  sGold-  oder  Silberwährung) ­
  oder  Doppelwährung  smehrere  Geldstoffe).
Reine  Silberwährung  besteht,  wenn  die  Privatprägung  in  Silber  freigegeben ­
  ist,  wenn  Barrensilber  nach  Belieben  in  Währungsmünze  umgewandelt ­
  werden  kann,  und  wenn  außerdem  mindestens  eine  Silbermünze ­
  im  Jnlande  bis  zu  jedem  Betrage  vollgültiges  Zahlungsmittel  ist.
Silber  ist  alsdann  der  alleinige  Wertmesser.  Ausschließlich  in  Silbermünzen ­
  muß  der  Schuldner  zahlen,  müssen  sämtliche  Verbindlichkeiten ­
  erfüllt  werden.  Goldmünzen  sind  eine  Ware,  die  zu  einem  unter
den  Parteien  zu  vereinbarenden  Kurse  in  Zahlung  genommen  wird.
So  hatte  früher  in  Preußen  der  Friedrichsd'or  einen  veränderlichen  Kurs
gegenüber  dem  silbernen  Taler;  er  schwankte  zwischen  5  Taler  19  und  5  Taler
21  Silbergroschen.
Bis  Anfang  der  70er  Jahre  des  vorigen  Jahrhunderts  war  Silber
als  Währungsmetall  vorherrschend,  und  zwar  in  Form  der  Parallel-,
Doppel-  und  Silberwährung.  Nur  England  war  schrittweise  zur  Goldwährung ­
  übergegangen.  Erörterungen  über  Einführung  der  Goldwährung
in  Deutschland  waren  nur  eine  „Doktorfrage".  Das  Gold  hätte  gegen
Silber,  das  bisher  Währungsgeld  war,  angekauft  werden  müssen,  wozu  aber
Mittel  nicht  vorhanden  waren.  Erst  die  französische  Kriegskontribution,
der  „Milliardensegen",  machte  es  Deutschland  möglich,  von  der  Silberzur
  Goldwährung  überzugehen.  Der  Beschluß,  die  Goldwährung  einzuführen, ­
  war  der  erste  Anlaß  zur  Entwertung  des  Silbers.
Dem  Beispiele  Deutschlands  folgten  im  Jahre  1873  Holland  und
die  skandinavischen  Staaten.  Als  dann  noch  im  Jahre  1878,
veranlaßt  durch  den  bereits  eingetretenen  großen  Rückgang  des  Silberpreises, ­
  die  Staaten  der  lateinischen  Münzunion  die  Prägung  der  Silber-Kurantmünzen
  einstellten,  war  das  Schicksal  des  „weißen  Metalles"  entschieden.
  Infolge  erhöhter  Produktion  des  Silbers  und  seiner  Demonetisierung ­
  sd.  h.  Währungsgeld  wurde  nicht  mehr  daraus  geprägt)
war  der  weitere  Preisfall  auf  die  Dauer  nicht  zu  verhindern.
            
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