Entscheidung dahin, daß der Gemeinderat zu einer Kon-
zessionserteilung nicht berechtigt sei. Folglich war Vander-
bilts Konzession null und nichtig. Bis dahin wies der Raub-
zug gegen Vanderbilt keine Lücke auf.
Aber ein unvorhergesehenes Hindernis entstand. Vander-
bilt hatte irgendwie Wind von der Sache bekommen und
kaufte mit ungeheurer Energie sofort alle ihm irgend erreich-
baren Aktien der New York- und Harlem-Eisenbahn auf.
Er hatte Geld genug flüssig, um es zu können. So bekam er
genug Aktien zusammen, um seine Gegner schmählich zu
schlagen. Er setzte nun selbst den Kurs fest, und zwar auf
170 Dollar pro Aktie. Um die Aktien zu bekommen, zu
deren Verkauf sie sich kontraktlich verpflichtet hatten,
mußten die Politiker, Bankiers und Makler sie von ihm zu
dem von ihm festgesetzten Preise kaufen; es waren sonst
nirgends Aktien zu haben. Der alte Mann war mitleidlos;
er nahm ihnen pro Aktie 170 Dollar ab. Croffut sagt hier-
über: „In diesem Börsenmanöver nahmen Vanderbilt und
seine Partner dem Gemeinderat eine Million Dollar ab
und anderen Persönlichkeiten weitere Millionen‘“1),
Die New York- und Harlem-Eisenbahn gehörte jetzt ihm,
fast so ausschließlich wie die Kleider, die er trug. Es machte
wenig aus, daß er nicht alle Aktien besaß; die Majorität, die
er hatte, war groß genug, um die Eisenbahn so despotisch zu
verwalten, wie er nur wollte. Keinen Fuß breit davon hatte
er geplant oder erbaut; dies Werk war durch. die geistige
und physische Arbeit von Tausenden von Tagelöhnern ge-
leistet worden, die auch nicht im geringsten daran beteiligt
waren. Für all ihre Mühe ernteten diese Tagelöhner nichts
als Armut. Vanderbilt aber hatte sich eine Eisenbahnlinie
angeeignet, indem er nur rücksichtslos und listig ein paar
von den Millionen verausgabte, welche er dem National-
vermögen entwendet hatte.
V’anderbilt beschlagnahmt eine zweite Kisenbahn
Da ihm die Erlangung der einen Eisenbahn so leicht ge-
worden war, ging er sofort ans Werk, weitere in seinen Besitz
1) „The Vanderbilts“ etc., 5. 75.