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Profite zu erzielen. Ihre Kunden aber, die sie zu spekulativen Käufen an
geregt hatten, erlitten Verluste. So stehen den Möglichkeiten g ü n st i g e r
Auswirkungen der Spekulation nicht zu unterschätzende Nachteile
gegenüber. Allem voran steht die Forderung: Die Börse muß mehr und
mehr ein Instrument der staatlichen Wirtschaftsführung werden.
Das Verbot der Börsentermingeschäfte in Deutschland ist
nicht von der Reichsregierung erfolgt, sondern es beruht auf einem
Beschluß, den die einzelnen Börsenvorstände am 13. Juli 1931 anläßlich
der allgemeinen Börsenschließung gefaßt hatten. Bei Wiedereröffnung der
deutschen Börsen (12. April 1932) blieb das Verbot des Börsentermin
handels bestehen.
b) Technik des Terminhandels. Prolongation
In welchen Wertpapieren ein Terminhandel stattfindet, und wie
groß die M i n d e st summen sein müssen, in denen — im Gegensatz zum
Kassaverkehr, bei dem die einzelnen Schlüsse nach unten nicht begrenzt
sind — Abschlüsse (Engagements) im Termingeschäft vollzogen werden
dürfen, wird, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bestimmungen, von
den Vorständen der einzelnen Börsen bestimmt.
Die Abschlüsse erfolgen, wie beim Kassageschäft, mündlich. Hat z. B.
die Dresdner Bank von einem Kunden den Auftrag erhalten, 6000 RM
Hapag (Aktien der Hamburg-Amerik. Paketfahrt AG.) zu 97 1 / 2 °/ 0 per
Ultimo zu kaufen, so gibt der Börsenvertreter der Dresdner Bank, der
Hapag-Aktien per Ultimo handelt, diesen Auftrag einem der beiden Kurs-
Makler, die dieses Papier auf Zeit handeln und sagt: „Ich kaufe 6000 Hapag
zu 97V 2 °/ 0 ", oder: „Von Ihnen 6 Hapag 7 1 / 2 0 /o ,, • Man nennt nämlich
"lcht den ganzen Kurs, sondern, wenn ein Irrtum ausgeschlossen ist, nur
den Einer und die Bruchzahl. Der Makler oder sein Substitut notiert den
Auftrag in sein Börsenbuch und wiederholt: „An Sie 6 Hapag 7V 2 ".
Will der Börsenvertreter Courtage sparen, so wird er den Auftrag
^Mem unvereideten Makler geben, der in der Regel nur die Hälfte der
Courtage fordert, oder er wird sich bemühen, den Posten „direkt" zu
Endeln. Er begibt sich zu diesem Zweck in den „Markt", in dem
"Hapag" gehandelt werden, d. i. der Platz vor der Schranke der Kurs
Makler, die Geschäfte in diesem Papier vermitteln. Dort findet er