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stellage, eine Dreimonatsstellage teurer als eine Zweimonatsstellage usw.
Je weiter die Entscheidung hinausgeschoben wird, desto mehr verteuert sich
der Preis der Stellage. Je länger der Verkäufer „still halten" muß, desto
größere Spannung fordert er. Auch den Report, den der Stellageverkäufer
für die festen Stücke, die er kaufen muß, zu zahlen hat, muß er einkalku
lieren. Weiter ist die Höhe des Stellgeldes davon abhängig, ob an der
Börse allgemein und in dem betreffenden Papier im besonderen größere
Kursschwankungen zu erwarten sind.
Umwandlung eines Stellage- in ein Vorprämie n-
und ein Rückprämiengeschäft. Hat ein Makler eine Stellage,
sagen wir auf 24 000 Dresdner zu 168/152, gekauft, so kann er daraus auf
24 000 Dresdner ein Vorprämiengeschäft zu 164/4 und ein Rückprämien
geschäft zu 156/4, beide basierend auf der Mitte von 160, bilden. Bean
sprucht der Käufer der Vorprämie Lieferung mit 164 °/ 0 , so wird er
seinerseits mit 168 °/ 0 abnehmen; die 4 °/ 0 , die er mehr zahlen muß, als
er bei der Lieferung erhält, kompensieren sich mit den 4 °/ 0 , die er an der
Rückprämie verdient. Liefert der Verkäufer der Rückprämie mit 156 °s 0 , f°
gibt er diese Stücke auf Grund der gekauften Stellage mit 152 °/ 0 ; die
4 °/o Verlust kompensieren sich mit den 4 °/ 0 Gewinn aus der Vorprämie-
Hat also jemand 24 000 Dresdner zu 164/4 V. gekauft und 24 000
Dresdner zu 156/4 R. v e r kauft, so befindet er sich in der gleichen Lage
wie der Käufer einer Stellage von 24 000 Dresdner zu 168/152.
Rein äußerlich betrachtet besteht ein Unterschied insofern, als der
Käufer der Vorprämie, der gleichzeitig auch Verkäufer der Rückprämie
ist, weder von seinem Forderungs- noch von seinem Lieferungsrecht
brauch machen wird, wenn der Kurs am Erklärungstage 160 notiert, und
er sonst an dem Papiere durch andere Engagements nicht interessiert ist-
Der Käufer einer Stellage dagegen muß fordern oder liefern. Ist
diesem Falle der Kurs 160, so wird er 12 000 Dresdner zu 168 fordern
und 12 000 zu 152 liefern. Er verliert also 16 °/ 0 auf 12 000 RM ***
1920 RM. Das ist derselbe Betrag, den er bei den Prämiengeschäst^
verloren haben würde, nämlich 4 °/„ Vorprämie und 4 °j 0 Rückprämie am
je 24 000 RM.
Ein anderes Beispiel:
Eine Bank erhält von einem Kunden den Auftrag, 24000 Dresdner Vor
Prämie per Ultimo zu kaufen. Vorprämien sind am Markt augenblick i