Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

Falle, den wir hier im Auge haben, Obligationären gehört, 
die nur eine feste Rente beziehen. Wo ist also die Gleich 
artigkeit zwischen dem Actionär und dem Unternehmer, 
auf der man die erbliche Beteiligung des Actionärs an 
dem Rechte auf Mehrwert begründen könnte? Sie beruht 
unzweifelhaft auf jener passiven Rolle des Unternehmers, 
die wir gezeichnet haben, indem wir sagten, dass er das 
Risico des Unternehmers trüge. Das ist also einzig und 
allein die ökonomische Function, die durch den Profit 
bezahlt wird: mit ihrem wahren Namen heisst sie Spe 
cula t i o n.“*) 
So verschwindet unter der Herrschaft der Actien- 
gesellschaft, wenn man absieht von den dem Directions- 
personal bewilligten Tantièmen, jedes Arbeitselement aus 
dem Profite. Die individuelle Initiative macht einer bureau- 
kratischen Organisation Platz, die nichtsthuenden Könige 
des Capitalismos überlassen die Regierung der Unterneh 
mungen ihren Hausmeiern. 
Man spricht fortwährend von den Nachteilen aller 
Art, die aus der beständigen Abwesenheit der Besitzer 
in agrarischen Ländern entstehen. Aber dieser Absentis 
mus herrscht nicht nur in der Landwirtschaft : auch in der 
Industrie wird er zur Regel von dem Augenblick ab, wo 
die Herrschaft der Actiengesellschaften sich zu verallge 
meinern beginnt. 
Ein grosser Capitalist z. B., der sein Geld — um das 
Risico nach dem Gesetz der grossen Zahlen zu ver 
mindern, — in einer ganzen Reihe von Unternehmungen 
anlegt, verliert allmählich ebensosehr das Interesse 
an diesen Unternehmungen wie an den Landgütern, die 
er ebenfalls kauft, um sein Geld sicher zu stellen. In 
demselben Masse, wie der Capitalismus sich entwickelt, 
wird der Absentismus des Actionärs vollkommener, werden 
*) Waxweiler: La participation aux bénéfices (Paris, 
Rousseau, 1898), pag. 85.
	        
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