Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

517

im  fremden  Lande,  Verkauf  von  Anweisungen  auf  dieses  Guthaben,  Rückgang ­
  des  fremden  Wechselkurses.
Um  Gold  ins  Land  zu  ziehen,  gewähren  die  Zentralnotenbanken  für
Gold,  das  ihnen  zum  Kauf  angeboten  wird,  zinsfreie  Vorschüsse,
so  daß  der  Importeur  den  Zinsverlust  während  der  Zeit  des  Goldtransportes ­
  bei  den  Sendungsspesen  nicht  zu  kalkulieren  braucht.  Diese  Maßnahme ­
  wirkt,  ebenso  wie  die  Erhöhung  des  Ankaufspreises  für  Gold,  als
Einfuhrprämie.  Die  Deutsche  Reichsbank  hat  öfter  für  weit  längere
Zeit,  als  die  Reise  tatsächlich  beanspruchte,  zinsfreie  Vorschüsse  gewährt
(bis  zur  Dauer  von  6  Wochen),  so  daß  diese  Zinsen  als  Extragewinn  gebucht
  werden  konnten.  S.  a.  S.  300ff.  Den  Export  von  Gold  suchen
die  Zentralnotenbanken  nach  Möglichkeit  zu  erschweren  *).
Wie  die  Gold-,  sucht  auch  die  G  e  l  d  a  r  b  i  t  r  a  g  e  die  zwischen  zwei
Ländern  bestehenden  Unterschiede  der  Zinssätze  auszugleichen.  Neben
dem  Diskontsatz  spielt  hierbei  naturgemäß  eine  wesentliche  Rolle  der
Devisenkurs,  der  besagt,  wie  das  im  fremden  Lande  entstandene  Guchaben
zu  verwerten  ist.  Der  zwischen  Deutschland  und  Frankreich  bestehende
Unterschied  des  Diskontsatzes  wurde  von  deutschen  Banken  häufig  in  der
Weise  ausgenutzt,  daß  sie  die  szu  höheren  Sätzen)  diskontierten  Wechsel
bei  Pariser  Banken  zu  dem  dortigen  (niedrigeren)  Zinsfuß  verpfändeten
(»in  Pension  gaben").  In  der  Zinsdifferenz  liegt  eine  Risikoprämie,
sofern  nämlich  das  deutsche  Bankhaus  die  Valutaschwankung  zu  tragen
hat,  d.  h.  bei  Abwicklung  des  Geschäftes  (einige  Tage  vor  Fälligkeit  der
Wechsel)  die  ausländische  Valuta  höher  bezahlen  muß,  als  es  sie  bei  Eingehung ­
  des  Geschäftes  verwerten  konnte.  Oft  wird  aber  auch  vereinbart,
daß  der  Umrechnungskurs  bei  der  Rückgabe  der  gleiche  wie  bei  der  Hereinnahme ­
  sein  soll.
Von  großer  Bedeutung  war  zeitweise  die  Devisenarbitrage.
Die  benötigte  Devise  wird  am  fremden  Platz  gekauft,  wenn  sich  nach  der
Parität  dort  ein  niedriger  Kurs  ergibt.  Der  „Loga-Kalkulator",  eine
Schweizer  Erfindung,  hilft  beim  Umrechnen.  Der  Devisenhändler  hat  oft
')  So  hatte  (im  Juni  1830)  die  Bank  von  England  den  englischen  Banken  er-Elärt,
  daß  sie  vorläufig  nur  noch  Goldbarren  mit  einem  Feingehalt  von  916P/,
tausendstel  abgeben  werde.  Da  die  Bank  von  Frankreich  nur  Barren  mit  995
Tausendstel  Feinheit  annimmt,  mußten  die  Barren  erst  raffiniert  werden,  da-^>>t
  der  von  der  Bank  von  Frankreich  verlangte  Feingehalt  erreicht  wird.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.