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Für die Jndexwährung erklärte sich auch Präsident R o o s e v e l t, als er auf
der Londoner Weltwirtschaftskonferenz 1933 verkünden ließ: „Die Vereinigten
Staaten wollen einen Dollar schaffen, der für die Dauer einer Generation die
gleiche Kaufkraft und die gleiche Zahlungskraft für Schulden hat."
Ähnliche Gedanken vertritt I. M. K e y n e s mit seiner „gesteuerten
Währung" („managed currency“). Die Stabilität des Wirtschaftslebens
ist abhängig von einer Stabilisierung des inneren Preisniveaus. Die Einflüsse
der Goldwertschwankungen müssen daher ausgeschaltet werden. Da
die Vereinigten Staaten von Amerika — die die größten Goldvorräte der
Welt besitzen und als Hauptgläubigerland Zielpunkt ständiger Goldwanderungen
sind — schon heute faktisch den Goldwert manipulieren 1 2 ) müssen
[„manipulierte Währung"!, möchte Keynes eine Weltwährung
fPapierdollar- nicht Goldwährung), neben der nur die Pfundwährung berechtigt
sei, schaffen. Für alle anderen Staaten sei nur eine reine Devise
n v a l u t a am Platze, die, auf der Grundlage des Dollars und des
Pfundes, die kurzfristigen Schwankungen der Wechselkurse zu beseitigen
vermag.
Abgesehen von den Schwierigkeiten, eine wirklich zuverlässige Preisindexziffer
zu finden — ihre Revision würde immer von neuem
Unruhe in die „stabile" Währung bringen —, müßte auch eine internationale
Verständigung vorausgehen, die bei den natürlichen Gegensätzen
zwischen Rohstoff- und Verarbeitungsländern in bezug auf die Bedeutung
der einzelnen Warengruppen für den Index kaum zu erreichen sein wird.
In den letzten Jahren wird besonders in der Schweiz Propaganda
für die von Silvio Gesell vorgeschlagene „F r e i g e l d" - oder
„S ch w u n d g e l d" - W ä h r u n g gemacht.
Ihr Erfinder, Silvio Gesell, will ein Papiergeld, das auf Kosten des
jeweiligen Inhabers dauernd einen Teil seiner Zahlkraft einbüßt
[daher die Bezeichnung S ch w u n d g e l d), das „F r e i g e l d", schaffen.
Ein Reichswährungsamt, „dessen Einrichtung in einer Presse und einem Ofen
besteht", gibt ungedecktes, uneinlösbares, mit Annahmezwang versehenes Papiergeld
aus und verbrennt das für währungstechnische Zwecke von den Steuer-1)
A tract on monetary refonn, London 1923; deutsch: Ein Traktat über
Währungsreform, München 1924.
2) Den Wert einer Ware manipulieren heißt: das Angebot in ihr nicht
der freien Konkurrenz und dem Zufall überlasten, sondern planmäßig beeinflussen.