Metadata: Holländische Wirtschaftsgeschichte

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für die Börse in ihrer Gesamtheit keinen Abbruch. Auch in Städten, 
wo das Geldgeschäft keine besondere Rolle spielte, wie in Rotter- 
dam, Enckhuizen, Dordrecht, später auch in Schiedam, gab es 
schon frühzeitig Makler, in den beiden erstgenannten Städten auch 
Maklergilden‘). 
Überhaupt war in der älteren Zeit der Warenhandel 
viel mannigfaltiger als der Geldhandel. Jener 
umfaßte seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ziemlich alle da- 
mals kuranten Waren; und für jede dieser gab es Makler. Das 
Wort aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts „enfin l’on peut dire, 
que Amsterdam est comme le magasin general non seulement 
de l’Europe, mais de tout le monde“‘?) traf schon für ein Jahr- 
hundert früher zu. Man gewöhnte sich im Auslande daran, für 
alle Waren, für die man Käufer suchte, Amsterdam als den na- 
türlichen Markt zu betrachten und ihm die Waren, die man 
im Überfluß besaß und gern zu Geld machen wol'te, zuzu- 
schicken. Als Gustav Adolph von Schweden für sein 
Kupfer dessen Versendung nach Spanien nicht mehr möglich war, 
neuen Absatz suchte, sandte er es nach Holland: und Oxenstjerna 
fuhr später damit fort; schließlich war das selbst für den aufnahme- 
fähigen holländischen Markt zuviel, und die Preise fielen. Das 
ungarische und schwedische Kupfer machten sich hier Konkurrenz?). 
Später übersättigte der Kaiser Holland, wie wir oben?) sahen, mit 
') Stuart, S. 57. Über Makler in Dordrecht im Mittelalter vgl. van 
Vollenhoven, S. 3off. Über den beeidigten Judenmakler Simon de Pool, 
der außerdem Faktor des Königs von Polen war, vgl. A. Halberstadt, Simon 
de Pool. 
7) LeMoinedel’Espine, S, 43. 
3 Bothe, Gust. Adolph, S. 79£., 152 £f;; Kretzschmar., S.!'235! 
Die regelmäßige Verbindung Schwedens mit Holland in Kupfer begann schon 
1613 (Wittrock, Svenska Handelskompaniet, S. 7 ff). Über die Beteiligung 
Samuel Blommaerts am schwedischen Kupferhandel vgl. seine von Kern- 
kam p herausgegebenen Briefe, S. 24 ff. Im Jahre 1660/68 verhielt sich die Ein- 
fuhr von Kupfer zur Ausfuhr in Amsterdam etwa wie 5 : 2 (Brugmans, Stati- 
stiek, S. 141). Auf die Sendung von schwedischem Kupfer von Holland nach Ruß- 
land als ein Zeichen des universalen Warenmarktes in Holland weist hin van 
Brakel, Stat. en andere gegevens, S. 359 f.; man könnte noch auf Grund vieler 
anderer Waren denselben Nachweis führen: so ging Teer von Amsterdam nach 
Hamburg 1632 (Baasch, Seeschiffahrt, S. 377). 
4) S. 202f. 
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