178
Die kalkulatorische Genauigkeit der Zuschlagsmethoden ist davon
abhängig: daß alle Aufwendungen ausnahmslos buchmäßig erfaßt
werden; daß die Zuschläge auf Grund der buchmäßigen Ergebnisse
errechnet werden; E r f ahrungssätze an Stelle der errechneten
Zuschläge sollen, abgesehen von Vorberechnungen, nur ausnahms
weise unter Einrechnung eines entsprechenden Sicherheitskoeffi
zienten angewendet werden, soweit es sich um rechnungsmäßige
Deckung buchmäßig nicht nachweisbarer Verluste handelt (z. B.
Diebstähle, Beiseiteschaffung verdorbener Arbeitsstücke, Schiebungen
zwischen Meister und Materiallager u. ä.).
Divisionsmethode.
§ 43. In einigen Industriezweigen (Brückenbau, Kesselschmiede,
Gerbereien, Gießereien, Webereien) rechnet man die allgemeinen
Unkosten auf die Gewichts- oder Maßeinheit, d. h. man
ermittelt einen Zuschlag auf je 100 oder 1000 kg, auf 1 m, ein
Stück usf. der fertigen Ware. Eine schablonenmäßige Aufteilung
wird auch hier zu Unrichtigkeiten führen. Wenn man z. B. Platten
gießt, so wird das größere Gewicht einen größeren Kostenanteil er
geben, obwohl die Unkosten vergleichsweise nicht größer sind als
bei Gußstücken von geringerem Gewichte. Formt und gießt man
kleine Zahnräder, so wird der Kostenaufschlag nach dem Gewicht
ein verhältnismäßig zu kleines Ergebnis liefern. Sicher ist, daß
ein Gewichtsaufschlag auf die Besonderheiten der Fabrikation des
betreffenden Artikels Rücksicht nehmen muß. Einwandfrei ist der
Gewichts- oder Maßeinheitsaufschlag bei gleichförmiger Produktion.
Wenn auf eine Gewichts- (Maß-) Einheit der Produkte der gleiche
Kostenbetrag entfällt oder, was dasselbe ist, für eine Kosteneinheit
stets die gleiche Menge des Produktes bearbeitet wird, so werden
auch die allgemeinen Unkosten, auf die Einheit berechnet, ziemlich
konstant bleiben. Die Selbstkosten können dann ermittelt werden,
indem man den Materialwert oder die Gewichts- (Maß-) Einheit mit
einem konstanten Faktor vervielfacht.
Gewisse Unkosten können gerecht überhaupt nur nach dem Ge
wicht verteilt werden, wie Transportkosten einer Kesselschmiede,
Krankosten einer Maschinenfabrik.
Redl 1 ) spricht von einer MethodedesEinheitspreises.
Man berechnet die Selbstkosten auf eine Dimension des ausgeführten
Gegenstandes oder die Einheit des Gewichts und überträgt dann
den gefundenen Preis auf einen anderen gleichgebauten; z. B. man
bestimmt für eine Eisenkonstruktion den Preis bzw. die Kosten für
') Elemente der Organisation und Administration industrieller Betriebe.
Wien 1900.