Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Arbeitslosigkeit  und  kionsumfreiheit

II!

im  Winter  aber  3,40  °/o  der  Gesamtzahl  der  Arbeitnehmer.  Am  größien
  ist  der  Unterschied  zwischen  Sommer  und  Winter,  abgesehen  von
der  absolut  ziemlich  unbedeutenden  Berufsgruppe,  welche  die  Fabrikarbeiter, ­
  Gesellen  usw.  ohne  nähere  Bezeichnung  umfaßt,  im  Baugewerbe. ­
  In  dieser  Berufsgruppe  waren  im  Sommer  2,87,  im  Winter ­
  jedoch  15,61  o/a  der  Gesamtzahl  arbeitslos.  Die  arbeitslosen  Bauarbeiter ­
  stellen  demgemäß  auch  bei  allen  großstädtischen  Arbeitslosen-Zählungen
  im  Winter  das  lfauptkontingent  der  Arbeitslosen.
Die  regelmäßig  in  jedem  Winter  auftretende  Arbeitslosigkeit  der
Laisongewerbe  ist  nun  aber  nicht  die  einzige  Ursache  für  die  zeitweise
abnorme  Steigerung  der  Arbeitslosigkeit  im  modernen  Wirtschaftsleben. ­
  Die  Zahl  der  Arbeitslosen  kann  auch  noch  aus  anderen  Gründen ­
  über  das  vorhin  angegebene,  auch  in  Zeiten  des  besten  industriellen ­
  Geschäftsgangs  nicht  zu  vermeidende  Blaß  hinaus  anwachsen. ­
  Diese  Erscheinung  steht  dann  regelmäßig  im  Zusammenhang
mit  wirtschaftlichen  Störungen,  mit  krisenartigen  Vorgängen,  wir
werden  hierbei  zweckmäßig  wieder  zwei  Fälle  unterscheiden,  nämlich ­
  einerseits  die  Arbeitslosigkeit  im  Gefolge  von  einmaligen
wirtschaftlichen  Störungen,  die  einzelne  Produktionszweige  betreffen,
und  andererseits  die  Arbeitslosigkeit  im  Gefolge  der  periodischen
Konjunkturschwankungen,  von  denen  die  ganze  Industrie
im  modernen  Wirtschaftsleben  heimgesucht  wird.
Bei  den  einmaligen  wirtschaftlichen  Störungen  ist  —  von  elementaren, ­
  politischen  und  sozialen  Ereignissen  (Urieg,  Streik)  abgesehen
—  vor  allem  an  Bedarfs  Verschiebungen  sowie  an  die  Linführung
  von  arbeitsparenden  technischen  Erfindungen
ZU  denken.  Die  Art  und  weise,  wie  die  Arbeitslosigkeit  zustande
kommt,  ist  dabei  in  beiden  Fällen  im  Grunde  die  gleiche.  Es  genügt
daher,  das  Typische  des  Vorgangs,  der  sich  hierbei  abspielt,  am  Beispiel ­
  der  Bedarfsverschiebungen  etwas  näher  zu  erläutern.
Die  Freiheit  des  Uonsums  ist  ja,  wie  gezeigt,  ein  Grundgesetz  unserer ­
  Wirtschaftsordnung.  Die  Freiheit  des  Uonsums  bewirkt  aber,
daß  die  Gunst  der  Mode  sich  bald  diesem,  bald  jenem  Artikel  zu-8'

            
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