Full text: Kapitalismus und Sozialismus

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II, 3, A, Die Leistungsfähigkeit des Individualismus 
der Ziegelfabrikation, der Bierbrauerei und anderen mit großen 
stehenden Anlagen arbeitenden Industrien hervor. 
Es ist indessen ein arger Trugschluß, in dieser Tatsache ohne wei 
teres den Beweis zu sehen, daß in der heutigen Wirtschaftsord 
nung nicht soviel produziert und infolgedessen auch konsumiert wird, 
wie nach dem Maße unserer Produktivkräfte eigentlich produziert 
und konsumiert werden könnte. Daß die Leistungsfähigkeit der 
Produktionsanlagen auf vielen Gebieten größer ist als die wirk 
liche Produktion, ist noch nicht gleichbedeutend damit, daß auch die 
tatsächliche Produktion auf allen in Betracht kommenden Gebieten 
gleichzeitig entsprechend gesteigert werden kann. Soll die tatsächliche 
Produktion auf allen beteiligten Gebieten der Leistungsfähigkeit 
der Produktionsanlagen entsprechend vergrößert werden, so gehört 
dazu eine verhältnismäßige Vermehrung der Arbeitskräfte sowie der 
Rohstoffe,- und zur Vermehrung der letzteren werden wieder neue Ar 
beitskräfte erforderlich sein. Vas unentbehrliche Erfordernis jeder 
Produktionsvergrößerung ist also ein Mehr an Arbeitskräften. Vas 
erforderliche Mehr an Arbeitskräften läßt sich aber nicht nach Be 
lieben aus dem Boden stampfen. Und die jetzt im Durchschnitt brach 
liegenden Arbeitskräfte reichen nicht entfernt aus, um eine gleich 
zeitige Steigerung der Produktion auf allen Gebieten bis auf das 
äußerste Maß der Leistungsfähigkeit der vorhandenen Produktions 
anlagen durchzuführen. Zahlenangaben über das durchschnittlich in 
Ländern mit moderner Wirtschaftsverfassung anzutreffende Maß 
von Arbeitslosigkeit wurden ja bereits im letzten Abschnitt ange 
führt. Im Durchschnitt ist die Arbeitslosenziffer etwa auf 3 bis 40/0 
anzunehmen. Auf diese Zahl läßt sich aber nicht die Hoffnung auf 
eine große Steigerungsmöglichkeit des Produktionsertrags gründen, 
angenommen einmal, es könne überhaupt durch irgendeine Grga- 
nisation des Wirtschaftslebens dahin gebracht werden, daß alle Ar 
beitsfähigen niemals auch nur einen Tag ohne Beschäftigung sind. 
Die Einstellung der jetzt vorhandenen Arbeitslosen kann also nichtent 
fernt bewirken, daß in allen Betrieben gleichzeitig die Produktion
	        
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