Ältere versuche mit Konsumgenossenschaften
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verdienen suchen. Für England erzählt beispielsweise der Wirtschafts-Historiker
Ashley, daß im Laufe des t3. und 14. Jahrhunderts die
ursprünglichen Pauschalleistungen in Getreide oder auch in Land,
bie dem Dorfschmied und dem oimmermann bis dahin von der Gemeinde
gewährt worden waren, in Geldzahlungen umgewandelt wurden
und die Handwerker nun ihre Arbeit stückweise bezahlt bekamen.
Eine ähnliche Entwicklung läßt sich für die genossenschaftlichen
Mühlenanlagen im mittelalterlichen Deutschland feststellen. Diemarkgenössischen
oder Gemeindemühlen treten im Mittelalter, wie Lamprecht
berichtet, immer mehr zurück. „Dagegen nehmen die von
einzelnen errichteten und von Einzelpersonen besessenen Mühlen einen
immer weiteren Raum ein,' schon in der höhe des Mittelalters sind
sie fast allein in der Überlieferung nachzuweisen."
5o hat das Wirtschaftsleben, als es im Mittelalter vor die
Wahl zwischen konsumgenossenschaftlicher und erwerbswirtschaftlicher
Produktionsweise gestellt war, seine Entscheidung nach kurzem
schwanken zugunsten der Erwerbswirtschaft gefällt. Die Ansätze zu
konsumgenossenschaftlichen Bildungen dagegen sind meist nach kurzer
seit wieder verkümmert, sie haben es jedenfalls nirgends zu größerer
Bedeutung zu bringen vermocht. Und nicht anders ist es in
späterer Zeit zugegangen. Erst im letzten Jahrhundert macht die Ronsumgenossenschaft
noch einmal einen kräftigen Vorstoß, um den scheinbar
bereits verlorenen Prozeß gegen die Erwerbswirtschaft doch noch
Zu gewinnen. Mir meinen damit die Bewegung zugunsten der konsumgenossenschaftlichen
Produktionsweise, die sich an das Auftreten
bec modernen Ronsumvereine anschließt. Diese Entwicklung hat
ihren Ausgang nicht von dem Gebiet der eigentlichen Produktion, sonbern
von dem des Warenhandels genommen. Und zwar waren es
arme Flanellweber in der englischen Stabt Rochdale, die im Iahte
1844 zum erstenmal in die Verwaltung der Ronsumvereine den
Grundsatz einführten, dessen Anwendung die Ronsumvereine hauptsächlich
ihre spätere relativ große Ausbreitung zu danken haben, nämlich
Verteilung des Reingewinns nicht nach dem Maße, in dem die