Full text : Kapitalismus und Sozialismus

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I,  2.  Lrrverbswirtschast  und  Konsumgenossenschaft

müssen  sich  dann  entweder  im  voraus  verpflichten,  ihren  Bedarf  bei
der  von  der  Genossenschaft  errichteten  Fabrik  zu  decken,  und  in  der
Tat  finden  wir  solche  Abmachungen  nicht  selten  bei  der  Gründung
von  genossenschaftlichen  Produktionsanlagen,  oder  es  mutz  sich  um
Gebiete  handeln,  bei  denen  stillschweigend  ein  ziemlich  regelmäßiger
Bedarf  vorausgesetzt  werden  kann.  So  liegen  die  Verhältnisse  meist
in  den  Fällen,  in  denen  die  modernen  Ronsumvereine  zur  Eigenproduktion ­
  übergegangen  sind.  Ls  handelt  sich  hierbei  regelmäßig
um  Gebiete,  die  keinem  oder  doch  nur  einem  geringfügigen  Modewechsel ­
  unterworfen  sind,  wie  Herstellung  von  Backwaren,  Kess,
Schuhwerk,  Seifenfabrikation  usw.  Dagegen  haben  sich  die  Ronsumvereinc
  bisher  aus  guten  und  klugen  Gründen  ängstlich  gehütet,  mit
ihrer  Eigenproduktion  auch  solche  Gebiete  zu  betreten,  die  einem
regelmäßigen  Modewechsel  unterworfen  sind.  Sie  wissen  sehr  wohl,
daß  sie  bei  der  Aufnahme  der  Produktion  auch  solcher  Gegenstände
nicht  sicher  sein  können,  ob  ihre  Mitglieder  sie  auch  wirklich  kaufen,
und  sie  können  anderseits  auch  nicht  daran  denken,  ihre  Mitglieder
zur  Abnahme  zu  verpflichten.  So  verzichten  sie  lieber  freiwillig
auf  die  Aufnahme  der  Produktionszweige,  mit  denen  in  bezug  auf
den  Absatz  der  Produkte  ein  größeres  Risiko  verknüpft  ist.
Die  erwerbswirtschaftliche  Produktionsweise  hat  also  den  Vorzug, ­
  daß  sie  den  Bedarf  der  Ronsumenten  befriedigt,  ohne  ihnen
den  geringsten  Zwang  und  das  mindeste  Risiko  aufzuerlegen.  Die
konsumgenossenschaftliche  Produktionsweise  dagegen  stellt  den  Ronsumenten ­
  vor  die  Wahl,  entweder  sich  in  der  Richtung  seines  Ronsums
schon  im  voraus  zu  binden  oder  aber  ein  gewaltiges  Risiko  aus
sich  zu  nehmen.  Da  ist  es  leicht  zu  verstehen,  wenn  der  Ronsument
aus  diesem  Dilemma  sich  dadurch  befreit,  daß  er  seine  Gunst  den
von  selbständigen  Produzenten  für  eigene  Rechnung  hergestellten
waren  zuwendet  und  damit  für  die  erwerbswirtschaftliche  Produktionsweise ­
  den  Ausschlag  gibt.  Denn  das  wollen  wir  doch  nicht  übersehen: ­
  der  Ronsument  ist  es,  der  durch  sein  Verhalten  darüber  entscheidet, ­
  welche  Ausbreitung  die  erwerbswirtschaftliche  und  die  kon-
            
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