Full text: Kapitalismus und Sozialismus

Neuere versuche mit der Produktivgenossenschaft 
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ner gegenüber dazu bequemen, die Zahlungstermine von sechs auf drei 
>el- Nonate, von da auf einen Monat und selbst auf vierzehn Tage abzm 
;rn kürzen oder auch gleich bei Üblieferung der waren Zahlung zu leisten?) 
lus So hat sich ganz allmählich die Entstehung von Unternehmungen 
an- in der Uhrenindustrie vollzogen. Und zugleich erhellt hieraus deut- 
ten lich: „nicht die Unternehmer haben die Produzenten gegen ihren 
er, Villen in die Stellung von Lohnarbeitern herabgedrückt", wie ge- 
ten wohnlich der Vorgang bezeichnet wird, sondern die Produzenten 
ird haben in ihrem eigenen Interesse diese Umwandlung ihrer Stellung 
anz gefordert. 
ckb- Üls dann im l8. und 19. Jahrhundert der Großbetrieb auf immer 
ftr- wehr Gebieten des Wirtschaftslebens festen Fuß faßt, da tritt er 
chr- regelmäßig gleich von vornherein in der Form der Unternehmung 
auf auf. Der Gedanke, an Stelle der Unternehmung für die soziale 
die Verfassung des Großbetriebs etwa die Produktivgenossenschaft zu 
zur wählen, liegt dieser Zeit zunächst ganz fern. Erst um die Mitte 
rm- des 19. Jahrhunderts taucht der Gedanke der Ürbeiterproduktiv- 
tig- genosfenschaft von neuem auf und spielt eine Zeitlang in den Pro- 
ior- grammen der sozialistischen Parteien eine gewisse Rolle. Das, was 
oei- in Wahrheit schon eine überwundene Grganisationsform des wirt- 
lbst schaftslebens war, wird als eine erst in der Zukunft zu verwirk- 
ige- lichendc Forderung aufgestellt. Der Gedanke der Ürbeiterproduktiv- 
iach genosfenschaft ist namentlich von zwei Sozialisten des 19. Iahrhun- 
nne derts vertreten worden, von Louis Blanc in Frankreich und von 
efe- Ferd. Lassalle in Deutschland. Viesen Sozialisten erschien an der 
nen heutigen Produktionsweise nicht sowohl das verwerflich, daß die 
Produktion für Rechnung und Gefahr einzelner Produzenten er- 
oni- folgt, sondern woran sie Ünstoß nahmen, das war die Tatsache, 
sehr daß nicht alle, die bei der Produktion in einem Betriebe mitwirken, 
zere auch in grundsätzlich gleicher weise als Unternehmer mit Einfluß 
lehr auf die Betriebsleitung und Anspruch auf einen entsprechenden Ge- 
8) vgl. die nähere Schilderung dieser Entwicklung bei Pfleghardt, Dr 
iten schweizerische Uhrenindustrie, 1908, S. 129ff.
	        
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