Full text : Kapitalismus und Sozialismus

Der  Mißerfolg  der  Produktivgenossenschaft

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  aufgelöst,  25  allerdings  nur,  um  eine  andere  juristische  Form  anzunehmen, ­
  die  ganz  überwiegende  lllehrheit  aber  doch,  weil  sie  wirtschaftlich ­
  nicht  vorwärtskamen.
Für  das  Fehlschlagen  der  Produktivgenossenschaft  werden  hauptsächlich ­
  drei  Momente  verantwortlich  gemacht:  Mangel  an  Rbsatz,
ilkangel  an  Kapital  und  Mangel  an  Disziplin.  Der  erste  Punkt  ist  indessen ­
  keine  wirkliche  Erklärung,  sondern  nur  eine  Umschreibung
der  Tatsache  des  Mißlingens  der  Produktivgenossenschaft-  er  erinnert ­
  an  die  Lräsigsche  Erklärung,  daß  die  Rrmut  von  der  Pooerteh
herrührt.  Eher  läßt  sich  schon  der  Mangel  an  Kapital  oder  Kredit
als  Ursache  der  Mißerfolge  hören.  Es  ist  zuzugeben,  daß  eine  Reihe
von  Produktivgenossenschaften  —  namentlich  solche,  die  von  Arbeitern ­
  gegründet  worden  waren.,  die  nach  einem  Streik  ihre  Stellung ­
  verlöten  hatten  —,  dadurch  von  vornherein  mit  großen  Schwierigkeiten ­
  zu  kämpfen  hatten,  daß  sie  nicht  mit  zureichendem  Kapital
ausgestattet  waren  und  auch  nicht  aus  dem  Kreditwege  sich  das
Fehlende  beschaffen  konnten.  Daß  die  Produktivgenossenschaft  unter
Mangel  an  Kredit  zu  leiden  hat,  das  beruht  nun  aber  nicht  etwa
auf  einer  besonderen  Bosheit  der  Bank-  und  sonstigen  Geldgeberkreise,
sondern  es  geht  in  letzter  Linie  darauf  zurück,  daß  sie  wegen  der
wohlbekannten  Schwächen  ihrer  Verfassung  bei  diesen  Kreisen  nicht
bas  nötige  vertrauen  zu  finden  vermag.  Damit  kommen  wir  zu  dem
entscheidenden  Punkt,  aus  den  alle  Mißerfolge  dieser  Genossenschastsform
  schließlich  zurückgehen.  Ls  ist  die  vorhin  als  Mangel  an
Disziplin  bezeichnete  Erscheinung,  die  an  dem  Scheitern  der  meisten
Produktivgenossenschaften  die  Schuld  trägt.
Der  Mangel  an  Disziplin,  der  in  der  Produktivgenossenschaft
herrscht,  ist  aber  nichts  Zufälliges,  sondern  er  ist  die  notwendige ­
  Folge  des  Gedankens,  der  ihrer  Organisation  zugrunde
liegt.  Wenn  die  Arbeiter  eines  Betriebs  zugleich  seine  Untervehmer
  sind  und  die  diesem  zustehenden  Rechte  beanspruchen  können,
so  ist  es,  wie  die  Erfahrung  gelehrt  hat,  unmöglich,  die  Disziplin
und  Ordnung  aufrechtzuerhalten,  ohne  die  ein  Großbetrieb  nicht
            
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