Full text : Die südrussische Eisenindustrie

Die  Entwicklung  bis  zum  Kriege.

8

1900

1902

1904

1911

1912

1913

1914

1915

1916

I

n  Millionen  Pu

d:

Förderung  an  Eisenerz

210

137

218

302

344

384

281

266

335

Förderung  an  Kohlen  .

601

575

711

1032

1087

1252

1371

1316

1360

Förderung  an  Anthrazit

71

67

93

184

218

291

312

310

376

Roheisen-Erzeugung

92

84

111

148

173

189

186

167

176

Erzeugung  an  Fertigfabrikaten

  aus  Stahl

und  Eisen  ....

59

57

73

113

128

141

145

126

127

Während  die  Roheisenerzeugung  Südrußlands  von  1900  bis  zum
letzten  Friedensjahre  1913  von  92  Millionen  Pud  auf  189  Millionen
Pud  stieg,  also  um  105  °/ 0 ,  vermehrte  sich  die  Roheisenerzeugung
der  übrigen  russischen  Industriegebiete;  Ural,  Polen,  Nord-  und
Zentralrußland  von  83  Millionen  Pud  auf  93  Millionen  Pud,  also  nur
um  12  °/ 0 .  Der  Anteil  des  Südens  an  der  Roheisenerzeugung  des
ganzen  russischen  Reiches  betrug  im  Jahre  1900  52,5  °/ 0 ,  im  Jahre
1913  67  °/ 0 .  Trotz  der  großen  Steigerung  der  Roheisenerzeugung
konnten  die  russischen  Hochöfen  in  den  letzten  Jahren  vor  dem
Kriege  den  Bedarf  an  Roheisen  bei  weitem  nicht  decken,  weil  den
Hochofenwerken  in  den  meisten  Fällen  Stahl-  und  Walzwerke,
Gießereien  und  Konstruktionswerkstätten  angegliedert  waren,  die  in
ihrer  Gesamtheit  so  ausgedehnt  angelegt  waren,  daß  sie  jede  Roheisen-Mehrerzeugung ­
  selbst  verarbeiten  konnten.  Die  russische
Regierung  mußte  sich  daher  vom  Jahre  1912  ab  entschließen,  Zollerleichterungen ­
  bei  Einfuhr  ausländischen  Roheisens  zuzugestehen.
Der  Zoll  wurde  soweit  heruntergesetzt,  daß  den  verbrauchenden
Werken  ein  Preis  von  57  Kopeken  das  Pud 1 )  franko  Bahnstation  in
Südrußland  zugestanden  wurde.  Für  das  Jahr  1914  und  1915
sollten  dann  weitere  20  Millionen  Pud  Roheisen  zugelassen  werden,
für  welche  ein  Preis  von  70  bis  75  Kopeken 2 )  —  den  Zoll  einbegriffen ­
  —  festgesetzt  war.  Von  diesem  Vorrechte  beim  Bezüge
ausländischen  Roheisens  sollten  in  erster  Linie  die  Fabriken  zur
Herstellung  landwirtschaftlicher  Maschinen,  die  Eisenbahnen-  und
Regierungswerkstätten  Nutzen  ziehen  und  diejenigen  Werke  der
Weiterverarbeitungs-Industrie,  die  keine  eigenen  Hochöfen  besaßen.
Die  Produktion  der  Fertigerzeugnisse  der  südrussischen  Hüttenwerke ­
  hatte  im  Jahre  1900  59  Millionen  Pud  betragen,  im  Jahre
1913  141  Millionen,  also  eine  Steigerung  von  140°/ 0 ,  während  die
Erzeugung  für  die  übrigen  Bezirke  Rußlands  im  gleichen  Zeiträume,
von  75  Millionen  Pud  auf  101  Millionen  Pud  stieg,  also  um  35°/ 0
0  75.—  Mark  die  Tonne.
ä )  92.20  Mark  bis  98.80  Mark  die  Tonne.

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