Full text : Die südrussische Eisenindustrie

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Die  südrussisohe  Eisenindustrie  während  der  Revolution.

der  sich  selbst  wegen  seiner  Unbildung  durch  keine  aufklärende
Zeitung  unterrichten  und  sich  kein  Urteil  über  das  Gehörte  bilden
konnte,  mit  dem  bekannt,  was  den  Zwecken  und  Zielen  der  Petersburger ­
  Arbeiterräte  entsprach.  Ein  Netz  ständiger  Aufklärungsarbeit
und  Befehlsübergabe,  von  den  Arbeiterräten  ausgehend,  wurde  über
das  ganze  Land  gezogen.  Die  Weisungen  kamen  von  dem  Ausschüsse ­
  der  Arbeiter-  und  Soldatenräte,  gingen  durch  die  Bezirksausschüsse ­
  und  die  Arbeiterräte  in  den  Hauptzentren  der  Industrie
an  die  Arbeiterausschüsse  jedes  einzelnen  Unternehmens.  Es  war
die  Parallelorganisation  zu  der  im  Heere  geschaffenen.  Der  Petersburger ­
  Soldatenrat  hatte  sich  durch  seine  Räte  bei  Korps,  Division,
Regiment  und  Kompagnie  die  Befehlsübermittlung  bis  in  den  vordersten ­
  Schützengraben  gesichert.  Die  Beeinflussung  der  großen  Massen
geschah  in  zündender  Rede  wirksamer,  als  das  geschriebene  Wort
es  vermocht  hätte.
Schon  im  Mai  1917  warfen  die  Redner  die  späteren  bolschewistischen ­
  Losungen  in  das  Volk:  „Alles  Land  den  Bauern,  alle
Fabriken  den  Arbeitern!“  Noch  konnten  die  Forderungen  der  Redner
bei  den  Arbeitern  nur  Wünsche  erwecken,  die  später  erst  greifbare
Formen  annehmen  sollten.  Noch  waren  die  Werksleitungen  im  Besitze ­
  der  Werkskassen.  Zahllose  Besprechungen  in  den  Arbeiteraussohüssen
  und  Versammlungen  beschäftigten  sich  mit  der  Frage
der  Bezahlung  der  verlorenen  Arbeitsstunden,  die  den  Teilnehmern
der  Ausschußsitzungen  vergütet  werden  sollten.  Je  nach  der  Standhaftigkeit ­
  der  leitenden  Werksbeamten  wurde  diese  Frage  ver-  >
schieden  gelöst.
Im  Mai  1917  fanden  auf  Einladung  des  Vorsitzenden  der  von
der  Regierung  während  des  Krieges  geschaffenen  Eisen-Verteilungsstelle
  Versammlungen  der  Vertreter  der  Industriellen-  und  der  Ärbeiterausschüsse
  statt,  in  denen  zum  ersten  Male  allgemeine  Mindestlöhne
für  die  verschiedenen  Gattungen  der  Metallarbeiter  festgesetzt  wurden.
Aber  die  Arbeitervertreter  erklärten  sich  mit  den  von  den  Industriellen ­
  angebotenen  Erhöhungen  nicht  einverstanden  und  verließen
den  Versammlungsort.  Auf  den  einzelnen  Hüttenwerken  wurden
dann  nach  und  nach  die  in  Jekaterinoslaw  und  Charkow  abgelehnten
Lohnsätze  von  den  Arbeiterversammlungen  angenommen  und  traten
in  Kraft.
Während  des  Sommers  1917  bemächtigten  sich  die  Arbeiterausschüsse ­
  der  Leitung  der  Konsumvereine,  die  sich  zur  Verpflegung
der  Arbeiter  während  des  Krieges  bedeutend  ausgebaut  hatten.  Allgemeine ­
  Arbeiterversammlungen  erklärten  sich  mit  der  Leitung  des
Einkaufes  durch  die  bisherigen  gemischten  Verwaltungen  unzufrieden
und  beauftragten  die  Arbeiterausschüsse,  die  Leitung  selbst  zu  über-
            
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