Full text : Die südrussische Eisenindustrie

Die  Zukunft  der  südrussischen  Eisenindustrie.

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2.  Befugnisse  der  Werksausschüsse;
3.  Befugnisse  der  Arbeiter-Berufs  verbände;
4.  Einsetzung  von  Schlichtungskammern;
5.  Errichtung  von  Arbeitsinspektionen  und  Arbeitskammern
unter  dem  Arbeitsministerium.
Eine  weitere  unerläßliche  Vorbedingung  für  ein  Wiederaufleben
der  Industrie  ist  die  Gesundung  des  Transportwesens.  Schon  in
den  letzten  Jahren  der  Priedenszeit  betrug  der  jährliche  Bedarf  an
Eisenbahnwaggons  60000  Waggons,  während  die  russischen  Fabriken
insgesamt  nicht  mehr  als  40000  Waggons  hersteilen  konnten.  Man
war  damals  schon  dazu  übergegangen,  Waggons  von  großer  Tragfähigkeit ­
  aus  Amerika  zu  beziehen.  Während  des  Krieges  haben
derartige  Lieferungen  aus  Amerika  angedauert.  Seit  der  Revolution
ist  der  Zufluß  aus  dem  Auslande  versiegt,  die  Produktion  im  Inlande ­
  allmählich  auf  Null  herabgesunken,  der  Verschleiß  aber  —
besonders  infolge  Fehlens  von  Schmiermaterial  —  ins  Ungemessene
gestiegen.  Schon  im  September  wurde  der  Bestand  an  nichtbetriebsfähigen ­
  Lokomotiven  und  Waggons  auf  über  50  °/ 0  angegeben.  Seitdem ­
  ist  die  Charkower  Lokomotivfabrik,  die  einzige,  die  bisher  noch
gearbeitet  hatte,  infolge  Arbeiterstreik  zum  Stillstand  gekommen.
Die  Reparaturwerkstätten  der  Eisenbahn  haben,  nachdem  sie  im
Sommer  monatelang  nur  noch  25  °/ 0  der  früheren  Reparaturenanzahl
fertiggebracht  hatten,  Mitte  August  durch  den  allgemeinen  Eisenbahnerstreik ­
  ihre  Tore  geschlossen.  Sie  begannen  erst  Mitte  Oktober
in  beschränktem  Umfange  ihre  Tätigkeit.
Wenn  man  die  Vorbedingungen  für  ein  Wiederaufleben  der
Eisenindustrie  —  Errichtung  einer  Staatsgewalt,  Regelung  der  Arbeitergesetzgebung ­
  und  Gesundung  des  Transportwesens  ■—  berücksichtigt, ­
  so  kann  man  wohl  sagen,  daß  selbst  unter  günstigen  Umständen ­
  vor  Ablauf  von  2—3  Jahren  die  Wiederaufnahme  der  Arbeit
der  Eisenindustrie  in  einem  Umfange  von  der  Hälfte  der  früheren
Produktion  nicht  möglich  erscheint.
Die  südrussische  Eisenindustrie  war  begründet  auf  den  Eisenerzvorkommen ­
  von  Krivoi  Rog  und  von  Kertsch  und  dem  Kohlenvorkommen ­
  des  Donezgebietes.
Das  Eisenerzvorkommen  von  Krivoi  Rog  an  der  Grenze
der  Gouvernements  Jekaterinoslaw  und  Cherson  gelegen,  ist  bisher
auf  seine  Mächtigkeit  noch  nicht  in  großzügiger  Weise  erforscht
worden.  In  den  Jahren  1911  und  1912  wurde  von  der  Regierung
eine  Kommission  unter  dem  Vorsitze  des  Chefs  der  Bergverwaltung
des  Südbezirkes  ernannt,  die  den  Gesamtvorrat  auf  1  2  Milliarden
Pud 1 )  annahm.  Aber  es  kam  damals  die  Vermutung  auf,  daß  diese
J )  Ungefähr  200000000  t.
            
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