Full text : Die südrussische Eisenindustrie

Die  Zukunft  der  südrussisohen  Eisenindustrie.

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geht  zur  Schaohtanlage  über.  Die  tiefste  Schachtanlage  des  Gebietes
ist  die  der  Gesellschaft  „Dubowaja  Balka“,  sie  erreicht  280  m  Tiefe.
Die  Erze  werden  an  der  Erdoberfläche  auf  zum  größten  Teile
sehr  primitiven  Brücken  abgestürzt  und  von  Hand  in  die  Waggons
geladen.  Bunker  oder  moderne  Hilfsmittel  zur  Beladung  sind  fast
nicht  vorhanden.
Legt  man  die  Förderung  des  Krivoi  Roger  Bezirkes  im  letzten
Friedensjahre  der  Berechnung  der  zukünftigen  Erzversorgung  Südrußlands ­
  zugrunde,  so  würde  selbst  ohne  weitere  Steigerung  der
Erzförderung  das  Vorkommen  in  der  sehr  kurzen  Zeit  von  30  Jahren
erschöpft  sein,  wenn  die  Schätzung  der  Regierungskommission  der
Wirklichkeit  entsprechen  sollte.  Die  Versorgung  wäre  hingegen  auf
75  Jahre  gesichert,  wenn  die  Abschätzung  der  Krivoi  Roger  Bergingenieure ­
  sich  bewahrheitet.
Im  Jahre  1913  wurden  390000000  Pud  Erze  gefördert,  von
denen  28400000  Pud  zur  Ausfuhr  gelangten.  Die  Erzförderung
entsprach  damals  und  auch  während  des  Krieges  nicht  den  Anforderungen ­
  der  russischen  Industrie.  Die  Anzahl  der  südrussischen
Hochöfen  und  die  Möglichkeit,  die  Roheisenerzeugung  mit  der  bestehenden ­
  Anzahl  an  Hochöfen  noch  zu  steigern,  läßt  demnach  bei
Wiederaufleben  der  russischen  Industrie  eine  weitere  Steigerung  der
Förderung  notwendig  erscheinen.
Es  würde  im  Staatsinteresse  liegen,  durch  umfangreiche  Erforschungsarbeiten ­
  den  Erzvorrat  des  Krivoi  Roger  Gebietes  kennen
zu  lernen,  damit  zur  rechten  Zeit  neue  Richtlinien  für  die  Industrie
aufgestellt  werden  können.
Das  an  zweiter  Stelle  genannte  Erzvorkommen  bei  Kertsch
ist  auf  dem  östlichen  Teile  der  Halbinsel  Krim  bei  der  Stadt  Kertsch
gelegen.  Es  sind  Ablagerungen  feinkörnigen  Brauneisenerzes,  gelb
mit  geringem  Mn-Gehalt,  braun  mit  höherem  Mn-Gehalte.  Das  Erz
enthält  15—20°/ 0  Feuchtigkeit  und  hat  in  bei  100°  C  getrocknetem
Zustande  folgende  Zusammensetzung:

Glühverlust

Fe

Mn  ,  P

SiO,

gelb

15--18°/

 0

40-—42°/o



l-2°/o  l°/o

12—14%

~  braun

15—

-18°/ 0

35-37

  °/ 0

5-770  l7o

13—157,

Langjährige  und  kostspielige  Versuche  auf  den  Hüttenwerken
zu  Taganrog,  Mariupol  und  Kertsch  haben  erwiesen,  daß  die  Verhüttung ­
  dieser  Erze  —  auch  in  brikettiertem  oder  geröstetem  Zustande ­
  —  ohne  Zusatz  reicher  Erze  wirtschaftlich  nicht  lohnend  war.
Die  staubige  Beschaffenheit  der  Erze,  der  notwendige  hohe  Kalksteinzuschlag, ­
  das  hieraus  erfolgende  geringe  Ausbringen  aus  dem
Möller  und  der  hohe  Koksverbrauch  machten  es  notwendig,  dem
            
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