Full text : Die südrussische Eisenindustrie

Technische  Ausrüstung  der  südrussischen  Hüttenwerke.

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waohung  der  Betriebe  notwendig  war.  Ein  zweiter  Grund  war  der,
daß  die  Werke  doch  nicht  den  Anforderungen  zeitgemäßer  Technik
vollständig  entsprechen.  Dies  kam  daher,  daß  die  wenigen  russischen ­
  Maschinenfabriken  sehr  lange  Lieferfristen  verlangten,  selbst
auch  meist  nach  ausländischen  Zeichnungen  arbeiteten,  und  daß  es
langer  Zeit  bedurfte,  bis  jede  in  Westeuropa  eingeführte  Neuerung
und  Verbesserung  in  Plan  und  Ausführung  in  das  Donez-Gebiet  gelangte. ­
  Die  in  Rußland  angefertigten  Maschinen  kosteten  meist
nicht  erheblich  weniger  als  Einkaufspreis  im  Auslande  plus  Zoll,  so
daß  man  sich  schwer  zu  Neueinrichtungen  entschließen  konnte,  wenn
deren  Verzinsung  nicht  hinreichend  gesichert  war.  Auch  die  Generalunkosten ­
  waren  bedeutend  höher  als  in  Westeuropa,  weil  die  Bewachung ­
  des  Werkes  durch  eigene  Wächter  und  vom  Werke  bezahlte ­
  Polizei  sehr  teuer  kam.  die  technische  und  kaufmännische
Werksleitung  viel  mehr  Personen  verlangte  und  der  Verwaltungssitz
in  St.  Petersburg  sowie  noch  ein  Nebensitz  im  Auslande  hohe  Ausgaben ­
  verursachten.
Die  Industrie  der  feuerfesten  Steine.  Bis  zum  Kriege
lieferte  Deutschland  und  in  geringem  Maße  England  einen  großen
Teil  der  hochwertigen  Chamottesteine  für  Hochöfen,  ferner  Stopfenund
  Ausgußsteine  für  Stahlpfannen  und  Dinassteine  für  die  Martinöfen. ­
  In  Südrußland  bestanden  damals  zwei  Fabriken,  die  Dinassteine ­
  herstellten:  Dekonskaja  und  Krasnogorowka,  beide  im  Donez-Gebiete
  gelegen.  Außerdem  hatten  eine  Reihe  von  Hüttenwerken
eigene  Abteilungen  errichtet  zur  Herstellung  ihres  gewöhnlichen  Bedarfes ­
  feuerfester  Steine.
Infolge  des  Krieges  fiel  die  ausländische  Lieferung  weg  und  die
Hüttenwerke  gingen  daran,  ihre  Abteilungen'  soweit  zu  vergrößern,
daß  sie  ihren  ganzen  Bedarf  decken  konnten.  So  machten  sich  die
Dnjeprovienne,  Briansk,  Jusowka,  Russo-Belge  und  Droujkowka
völlig  unabhängig  von  dem  Bezüge  der  südrussischen  Steinfabriken.
Briansk  soll  eine  monatliche  Herstellung  bis  zu  90000  Pud  Dinassteine ­
  erzielt  haben  und  hat  einen  Teil  seiner  Steine  auf  den  Markt
geworfen.
Die  Beschaffenheit  der  in  den  südrussischen  Steinfabriken  hergestellten ­
  Dinassteine  hat  sich  während  des  Krieges  nicht  gebessert,
da  die  Käufer  doch  stets  einem  gewissen  Mangel  gegenüber  standen.
Sie  waren  gezwungen,  bis  zu  1 / 10  des  Gewichtes  Bruchsteine  anzunehmen, ­
  während  früher  die  ausländischen  Steine  trotz  der  Umladung ­
  nicht  mehr  als  1 / 25  Bruch  ergeben  hatten.  Die  nicht  befriedigende ­
  Beschaffenheit  der  Dinassteine  ist  nicht  etwa  in  der  Geringwertigkeit ­
  des  Rohstoffes  begründet;  denn  der  in  den  Bezirken
von  Bachmut  und  Nikitowka  vorkommende  Quarzit  ist  seiner  chemi-
            
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