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Die Entwicklung bis zum Kriege.
Seilschaften begann, Fertigerzeugnisse auf den Markt zu werfen,
während andere noch für den Bau ihrer Einrichtungen Eisen ver
brauchten, zeigte- es sich, daß die Möglichkeit der derzeitigen Be
darfsentwicklung überschätzt worden war und daß eine übermäßige
Erzeugung eintreten würde. Die Verkaufspreise sanken bald unter
die Gestehungskosten und verursachten vielen der Werke derartige
Verluste, daß sie gezwungen waren, unter gerichtliche Verwaltung
zu gehen und durch spätere Sanierung ihre Daseinsbedingungen zu
verbessern. Eine Reihe von Gesellschaften, deren Anlagen bis zur
Fertigstellung noch größerer Kapitalien bedurft hätten, so die Hoch
ofenwerke von Werchnij-Dnjeprowsk, Bielaja, Almasnaja und die
Hüttenwerke von Kertsch mußten ihre Unternehmungen vollständig
liquidieren. Die eingeb rächten Kapitalien gingen verloren.
Im Jahre 1902 hatte eine Anzahl von metallurgischen Gesell
schaften auf die Anregung der Societe Dnjeprovienne hin eine Ver
kaufsvereinigung errichtet, die den Zweck hatte, die vorhandenen
Aufträge so zu verteilen, daß die Fortführung der Betriebe den
Werken ermöglicht wurde. Die Verkaufsvereinbarungen erstreckten
sich bald auf Schienen, Träger, Grob- und Feinbleche (nicht syndi
ziert waren Dachbleche), Radreifen, Achsen, dann gußeiserne Rohre,
Lokomotiven, Waggons und Brücken. Dazu kam später die Ver
einbarung über den Verkauf von Handels-Stabeisen. Außerdem
hatten sich die Spezialroheisen herstellenden Hochofenwerke zusam
mengetan und den Verkauf von Spiegel eisen, Ferro mangan und
Ferrosilicium unter sich geregelt.
Die Verteilung der Aufträge hatte eine mäßige Preissteigerung
zur Folge, die den Werken gestattete, ihre Betriebe weiter zu
führen und sie vor dem Ruin zu bewahren. Der russisch-japanische
Krieg brachte eine kurze Steigerung der Aufträge, aber die bald
nach Beendigung ausbrechenden inneren Wirren und die Einschrän
kung aller Arten von Regierungsbestellungen zwangen die Werke,
Auslandsbestellungen zu verlustbringenden Preisen einzuholen. Erst
einige glückliche Ernten und die von 1910 an einsetzenden ausge
dehnten Regierungsbestellungen für die Vergrößerung des Eisenbahn
netzes und die Vermehrung der Flotte brachten eine ungeahnte Er
höhung der Aufträge, die über die Kriegsjahre hinaus bis zum Aus
bruche der russischen Revolution angedauert hat.
Die Entwicklung der südrussischen Eisenindustrie läßt sich
aus nachfolgender' Tabelle erkennen: