Kap. I. Die Unzulänglichkeit der gewöhnlich empfohlenen Heilmittel.
Tendenz zur Konzentration von ländlichen! Grundbesitz besteht, ist
klar ersichtlich, wie in England und Irland kleine Pachtungen zu größeren
verschmolzen werden, so ist auch in Neu-England nach den Berichten
des statistischen Bureaus von Massachusetts die Größe der Güter im
Zunehmen. Diese Tendenz ist in den neueren Staaten und Territorien
sogar noch klarer bemerkbar. Noch vor einigen Jahren würde ein Gut
von 320 Morgen, unter dem in den nördlichen Teilen der Union herrschen
den Wirtschaftssystem überall ein großes gewesen sein, wahrscheinlich
so viel, wie ein Mann mit Vorteil zu bebauen imstande ist. Jetzt gibt
es in Kalifornien Landgüter (keine Viehweiden) von fünf, zehn, zwanzig,
vierzig, fünfzig und sechszig Tausend Morgen, während die Normalgröße
in Dakotah HOO ooo Morgen beträgt. Der Grund ist klar. Er liegt in
der Anwendung von Maschinen auf den Ackerbau und in der allgemeinen
Tendenz, im großen zu produzieren. Dieselbe Tendenz, welche die
Fabrik mit ihrem cheere von Arbeitern an die Stelle vieler unabhängiger
chandweber setzt, fängt an, sich beim Ackerbau fühlbar zu machen.
Das Vorhandensein dieser Tendenz beweist zweierlei: erstens,
daß alle Maßregeln, die nur die größere Teilung des Grund und Bodens
gestatten oder erleichtern, wirkungslos fein müssen; und zweitens, daß
alle Maßregeln, welche dieselbe erzwingen wollten, eine chemmung der
Produktion zur Folge haben würden, wenn Land auf großen Gütern
billiger bebaut werden kann als auf kleinen, so wird die Beschränkung
auf Kleinbesitz die Gesamt-Güterproduktion verringern, und insofern
solche Beschränkungen angeordnet werden und in Wirksamkeit treten,
werden sie eine Verminderung der allgemeinen Produktivität der Arbeit
und des Kapitals bewirken.
Das Bemühen, durch solche Beschränkungen eine gerechtere Güter
verteilung herzustellen, ist daher mit dem Nachteil verknüpft, daß sie
den zu verteilenden Betrag vermindern. Das Auskunftsmittel gleicht
dem des Affen, der, den Käse zwischen den Katzen teilend, die Sache
dadurch ausglich, daß er das dickste Stück abbiß.
Aber es ist nicht bloß dieser Einwand, der gegen jeden Vorschlag,
dem Grundbesitz Beschränkungen zu unterwerfen, mit einer Kraft in
die Wagschale fällt, die mit der Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßregel
nur noch zunimmt. Lin weiterer und ausschlaggebender Einwand ist
der, daß die Beschränkung das Ziel,welches zu erstreben allein der Mühe
lohnt, nämlich eine gerechte Verteilung des Ertrags, nicht erreicht. Die
Grundrente wird dadurch nicht geringer, und der Lohn kann also dadurch
nicht steigen. Die wohlhabenden Klassen können dadurch einen größeren
Umfang erhalten, aber die Lage der untersten Klasse wird dadurch nicht
verbessert werden können.
Wäre die unter dem Namen Ulsterpachtrecht bekannte Einrichtung
über ganz Großbritannien verbreitet, so würde sie nur darauf hinausgehen,
aus dem Besitz des Gutsherrn einen Besitz für den Pächter herauszu
schneiden. Die Lage des Arbeiters wäre darum noch nicht eine Idee
George, Fortschritt und Armut.