Object: Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien

Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonien 
den englischen und französischen Gebieten haben 
die Leute große Sehnsucht nach den Deutschen. 
Seit dem Ausbruch des Krieges ist Togo mit 
einem Kinde zu vergleichen, dessen Ellern ge— 
storben sind und das keine Geschwister hat und 
allein auf der Erde ist. Oh' treues Teutschland, 
hehalte immer deine Musterkolonie Togo in deinen 
Bedanken und vergiß sie nie! 
... Wenn auch heute die deutschen Kolonien 
in den Händen anderer Nationen sind, so hoffe 
ich doch fest, daß sie einst in die Hände ihrer 
alten Herren zurückkommen werden. 
Ein Togoneger, März 1921. 
Am Sonntag kam der erste deutische Dampfer 
der Woermann-Linie mit deutscher Flagge. Viele 
Lente liefen an den Strand, um alle wohlbe— 
tannten Freunde zu begrüßen; es war einfach 
erhebend . .. Hier war die Verwunderung über 
die Begeisterung der Eingeborenen so groß, daß 
die Regierung die Truppen an die Brücke be— 
xderte und der Administrator die Leute mit dem 
Stock vom Strande zu vertreiben suchte, was ihm 
aber nicht gelang. Der Kapitän wollte an Land 
ommen, aber es wurde ihm verweigert; es durfte 
nuch niemand an Bord ... Sie hätten das Er— 
eignis, die Ankunft des ersten deutschen Fracht⸗ 
dampfers in Lome erleben sollen! Woher die 
große Furcht vor einem einfachen Frachtdampfer, 
st schwer zu ergründen. Immerhin ist ein An— 
sang gemacht. Brief eines Togonegers vom 
23. Februar 1921. 
Ach, was sagten die Eingeborenen nicht alles 
zu mir! „Unser Vater kommt zurück. Jevbt freue 
cch mich sehr, jetzt ist unserem Lande von Gott 
unser Vater wiedergegeben.“ „Gott sei Dank, 
daß endlich nach so vielen Jahren ein Dampfer 
oon unserem Vater gekommen ist.“ „Kommt wieder, 
damit das goldene Zeitalter wieder anfängt!“ 
Ein alter Deutsch-Ostafrikaner, 
der am 16. April 1922 mit dem 
ersten deutschen Dampfer in 
Daressalam war. 
Stolz setzte der Herero hinzu: „Wir sind doch 
auch Deutsche, so genau wie ihr!“ Das ist keine 
Spielerei, keine Negerlaune; das ist aufrichtiges 
Bekenntnis, das ist Ernst! Sogar zur Ruhrspende 
haben Eingeborene aus freien Stücken selbständig 
uind unbeeinflußt beigetragen. Vor ein paar 
Tagen brachte noch ein Hereroweib einem hiesigen 
Kaufmann zehn Schilling mit dem ausdrücklichen 
Bemerken, das sei für die Deutschen, die unter 
den Franzosen leiden müßten. Mehr könne sie 
leider nicht geben. Aus einem Briefe aus Deuisch- 
Südwestafrika vom Oktober 1928. 
Ich bin in ... beschäftigt, da die Behand⸗ 
jung zu Hause zu tierisch geworden war seit dem 
Abgang der Deutschen. Das deutsche Kamerun 
st jetzt wegen der schlechten Behandlung durch 
ie Franzosen leer. Das ganze Kamerun steht 
is heute am Ufer und erwartet die Ankunft der 
Deutschen. 
Ans dem Briefe eines Kameruners, 
1923. 
In jedem Dorfe, in das ich komme, laufen 
zie Bewohner zusammen und fragen, ob und 
vann die Deutschen zurückkommen, da sie der 
ranzösischen Behandlung überdrüssig sind. Ohne 
ie Deutschen geht die Welt zugrunde, sagten diese 
zuschleute zu mir ... 
Die Franzosen haben das Land Kamerun 
erdorben. Jaunde⸗ und Bakoko-Weiber sind 
zariser Weiber für die Franzosen geworden. Ein 
anzösischer Offizier wurde am Sonntag mit einer 
aunde- oder Bakoko⸗Weib mit tätowiertem Ge— 
cht sich umarmen auf der Straße lausen, dieser 
ffizier oder hohe Beamte schämen sich nicht, diese 
Leiber in den Tanzsaal zu führen, die Nacht 
urch zu tanzen und wo viel Schw ....... getrieben 
pird. Die Boxerei geht los zwischen die Herren 
kuropäer und die Schwarzen. Flaschenfchlägerei 
nt manchmal vor, wenn alle sich vollgetrunken 
aben. 
Aus dem Briefe eines Kameruners. 
Anfang 1924. 
Bedrückung statt Wohlfahrt. 
Sin Kamerunneger über die Zustände im 
Mandatsgebiet. 
Die in Lagos an der westafrikanischen Küste 
cscheinenden „The Nigerian Daily Times“ geben 
imem Kamerunneger Gelegenheit, sich anläßlich 
ines Artikels mit antideulscher Tendenz zu der 
rage der Rückgabe von Kamerun an Deutsch-— 
and zu äußern. Dieser Eingeborene gibt, indem 
r die Unrichtigkeiten des Artikels nachweist, ein 
ateressantes Bild von den trauxigen Zuständen 
den früheren deuischen, jetzt französischen west— 
frikanischen Kolonien Kamerun und Togo. Er 
hreibt dem Schriftleiter: 
„Im Hinblick auf Ihren Leitartikel zur 
Frage der Rückgabe der früheren deutschen 
dolonien an Deutschland bin ich betrübt, daß 
Ihr aufgeklärtes Blatt seine Spalten öffnet für 
den Pressefeldzug gegen deutsche Kolonial— 
nethoden, für Artikel, von denen die meisten 
iuf Unwissenheit und Vorurteil aufgebaut sind. 
In den früheren deutschen Kolonien gibt 
8s keinen Eingeborenen, der nicht glück— 
ich wäre, wenn er die Deutschen wieder 
m Lande wüßte. Offen gesagt, von dem, 
vas Deutschland für Kamerun und Togo ge— 
eistet hat, hat kein anderes Gouvernement auch 
iur einen Bruchteil getan. Die Eingeborenen 
er früheren deutschen Kolonien sind heute, wie 
hedem die Israeliten, über alle Länder ver—
	        
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