Full text: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Städte an der Wolga, der Kama und deren schiffbarem Nebenfluß 
Wjatka liegen 1 ). 
Gute Verkehrsverhältnisse bestehen für die finnischen Städte. 
In Finnland hat fast jede Stadt, fast jede Siedlung von einiger Bedeutung 
eine Bahnverbindung. Obwohl die Städte des finnischen Seenplateaus 
im Schiffsverkehr stehen, haben doch auch Orte wie Joensuu und Nyslott, 
teilweise unter großen Kosten, Eisenbahnanlagen erhalten. Und die 
ganz wenigen Städte ohne Bahnanschluß haben entweder hinreichende 
Binnenschiffahrtsverbindungen (Heinola) oder liegen an der See (Naden- 
dal, Nystad). 
So ist es begreiflich, daß in den meisten Teilen Rußlands die Eisen 
bahnferne noch sehr groß ist. Freilich wird man auch hier wieder von 
vornherein die gewaltigen Gebiete des Nordens ausscheiden müssen. 
Für den Petschorakreis der Archangelsker Provinz muß natürlich die 
Eisenbahnferne viele Hunderte Werst betragen 1 2 ). Aber sie beträgt 
auch im mittleren Teil des Gouvernements Nowgorod noch bis zu 80 W. 
In den östlichen, unter gleichem Breitegrad gelegenen Provinzen wird 
die Eisenbahnferne weit größer. Von der Station Neja an der Bahn 
Wologda—Wjatka bis zum nächsten südwärts gelegenen Bahnort, bis 
Nischni Nowgorod, sind es über 200 W. Zwischen den von Neja weiter 
östlich gelegenen Punkten an der Nordbahn, Atzwjesh und Kotelnitsch, 
bis zu den Orten an der Kasaner Bahn auf dem linken Wolgaufer liegen 
sicherlich 270 W. Die im Südwesten der Wjatkaer Provinz gelegene, 
nicht unbedeutende Kreisstadt Jaransk liegt 110 —120 W von den 
nächsten Bahnstationen. Im südlichen Teil derselben Provinz mögen 
einige Orte bis zu 200 W von der Bahn liegen: freilich haben diese 
Striche eine große prächtige Verkehrsstraße in der Kama. 
Auch in den westlichen Gouvernements ist die Eisenbahnferne 
stellenweise noch sehr groß, so im nördlichen Teil der Smolensker Provinz 
(60—70 W). In den noch dichter bevölkerten östlichen Kreisen des 
Gouvernements Mohilew—Mstislawl hat z. B. eine Volksdichte von 
über 50, Gorki von 55 Einwohnern — schnellt sie sogar auf etwa 100 W 
empor. Ähnliche Entfernungen von den nächsten russischen Bahn 
stationen haben die an der preußischen Grenze gelegenen Orte der 
Provinz Kowno 3 ). Selbst größere Orte im nördlichen Teile der sehr 
dicht besiedelten polnischen Provinz Kalisch haben 50^60 W zur 
1 ) An der Kama liegt u. a. die 25 000 Einw. zählende Getreidehandelsstadt 
Tschistopol. Auch das Gouvernement Wjatka wird von der Kama durchzogen, 
an der Jelabuga (12 000 Einw.) und Sarapul (22000 Einw.), beide, ohne Bahn 
verbindung, liegen. 
2 ) Die Eisenbahnfeme beläuft sich zwischen 500 und weit über 1000 W. 
3 ) Die viel näher gelegenen preußischen Stationen kommen bei den eigen 
artigen Grenzverhältnissen natürlich kaum in Betracht.
	        
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