Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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siegreich,  und  sowohl  die  polnischen  Bahnen  wie  die  Nikolaibahn  als
auch  das  erste  Teilstück  der  Petersburg-Warschauer  Bahn,  die  am
1.  November  1853  eröffnete  Trasse  bis  Gatschina,  baute  der  Staat.
Die  Eröffnung  der  fertigen  Nikolaibahn  und  der  Linie  nach  Gatschina
fällt  bereits  in  die  Zeit  einer  mehr  eisenbahnfeindlichen  Stellungnahme
der  Regierung.  Es  ist  bemerkenswert,  daß  militärpolitische  Gründe,
auch  das  kann  gegenüber  anderen  Anschauungen  betont  werden,  bei  der
Erwägung  der  ältesten  Bahnprojekte  gar  nicht  oder  kaum  zu  Wort  kamen.
Das  wurde  erst  anders  mit  dem  für  Rußland  unglücklichen  Krimkriege. ­
  Da  hatte  man  einsehen  gelernt,  welche  Vorteile  sich  den  russischen
Waffen  geboten  hätten,  wenn  die  Truppen  rechtzeitig  aus  den  Nordund
  Zentralprovinzen  mit  der  Bahn  an  den  Pontus  geworfen  worden
wären,  ifa  der  Befolgung  des  Moltkeschen  Wortes,  daß  man  mit  Eisenbahnen ­
  Schlachten  gewinnt.  Gewiß  war  der  Krimkrieg  die  Veranlassung,
daß  Rußlands  Stellung  zur  Eisenbahnfrage  wieder  günstiger  wurde.
Projekte  wurden  aufgestellt  und  auch  genehmigt.  Es  ist  aber  nicht  richtig,
als  ob  tatsächlich  nach  dem  Pariser  Frieden  der  Bahnbau  beschleunigt
worden  wäre.  Wurde  doch  überhaupt  die  erste  Verbindung  zwischen
den  Hauptstädten  und  den  pontischen  Gestaden  erst  im  Jahre  18-70
geschaffen,  was  im  Hinblick  darauf,  daß  die  Orientfrage  immer  noch
brennend  blieb,  auffallend  genug  ist.  Die  Regierung,  die  mit  der  Anlage
der  Nikolaibahn,  die  erstaunlich  hohe  Kosten  trotz  einfacher  Verhältnisse,
namentlich  im  südlichen  Teil,  verschlungen  hatte,  schlechte  Erfahrungen
gemacht  hatte,  glaubte  die  Bauten  an  Privatgesellschaften  übertragen
zu  können,  vornehmlich  auch  angesichts  der  Tatsache,  daß  in  Westeuropa ­
  die  Privatindustrie  sich  dem  Bahnbau  mit  großem  Erfolge  zugewandt ­
  hatte.  Ja,  sie  überließ  sogar  einen  Teil  ihrer  Bahnen  heugebildeten
Privatgesellschaften-  Am  13.  November  1857  wurden  die  Warschau-Wiener
  Bahn  und  das  kurze  vollendete  Stück  der  Warschau-Bromberger
Linie  der  Warschau-Wiener  Bahngesellschaft  übergeben.  Kurz  vorher,
am  7.  Februar  1857,  hatte  der  Zar  die  Genehmigung  zur  Bildung  der
Großen  Russischen  Eisenbahngesellschaft  erteilt  und  ihr  die  Strecke
Petersburg-Gatschina  übertragen.  Mit  1857  beginnt  somit  eine  zweite
Periode  der  russischen  Eisenbahngeschichte,  die  Zeit  des  Vorherrschens
der  Privat  bahnen.
II.  Die  Zeit  tler  Alleinherrschaft  der  Privatbahnen,
1857—1881.
Der  namentlich  französischen  Einflüssen  ergebenen  Großen  Russischen ­
  Eisenbahngesellschaft  war  der  Bau  von  etwa  4000  W  übertragen
worden.  Sie  trat  ihre  Aufgabe  mit  Tatkraft  an  und  konnte  noch  am
17.  Dezember  1857  die  Teilstrecke  Gatschina-Luga,  zu  der  die  Vorarbeiten ­
  freilich  bereits  unter  staatlicher  Aufsicht  geschehen  waren,  gleich ­
            
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