buhlerin Cherson mit dem Gesuch um die Anlage einer neuen Bahn nach
Charkow beantworten will.
Dem Osten ist ein noch reicheres Bündel von Bauplänen beschieden.
Freilich ist eine Verbindung der großen Wolgastädte Nischni und Kasan
und ihres Hinterlandes mit den Uralplätzen noch immer nicht zu er
warten. Auch hier liegen ältere Projekte vor. Perm hatte sich um
1870, nachdem der Handelsweg nach Sibirien -- die Kasansche oder
Sibirische Straße — hierhin verlegt worden war, zu einem bedeutenden
Handelsplatz entwickelt, dem man eine glänzende Zukunft voraussagte.
Noch bevor überhaupt im Ural eine Bahn vorhanden war, wurde schon
1868 der Plan einer Bahn von Tjumen an der schiffbaren Tura nach
Sarapul an der wasserreichen Kama erwogen. In der gleichen Richtung,
das Stromgebiet der Wolga mit dem der sibirischen Flüsse durch eine
Eisenbahn zu verbinden, bewegen sich noch manche andere Vorschläge.
Man konnte sich zunächst nur für eine verhältnismäßig nördlich geführte
russisch-sibirische Bahn erwärmen. Neben der beiden Hauptstädten
zugute kommenden Strecke Rybinsk—Wjatka—Perm—Jekaterinburg—
Tjumen x ) kam ein südlicheres Projekt, von Nischni über Kasan nach Perm
in Frage. Die Regierung hatte sich 1876 für das letztere, das allgemein
für das vorteilhafteste erachtet wurde, entschieden und bereits die
Arbeiten verordnet, als der russisch-türkische Krieg sie unterbrach 1 2 ).
Und als im Jahre 1882 die Untersuchungen wieder aufgenommen wurden,
da tauchte die dritte Linienführung auf, die südlichste, die siegreich
durchdrang, wie sehr auch gerade infolge der Durchführung der Ural
eisenbahn bis Tjumen immer wieder die Leitung über die Kamastädte
befürwortet wurde. Selbst nachdem am 6. Januar 1885 die Strecke
Samara—Ufa verordnet und im Jahre 1892 Tscheljabinsk endgültig
zum Ausgangspunkt der sibirischen Bahn bestimmt war, war man noch
1898 im Zweifel, ob man nicht durch den Bahnbau Kasan—Jelabuga—
Menselinslt—Tscheljabinsk auch die Petersburger Interessen vertreten
könne, so daß der damals erstmalig auftretende großartige Plan, St. Peters
burg über Wologda und Wjatka mit Perm zu verbinden, wegfallen würde.
Seitdem sind ernsthafte Pläne, Kasan mit Perm durch eine Bahn zu
verbinden, Pläne, die mit einer gewissen Selbstverständlichkeit auch
jetzt noch auftreten könnten wie nur wenige in Rußland, nicht wieder
erwogen worden, und der Kasaner Wolgawinkel ist nach wie vor noch
auf den Flußverkehr mit seinem östlichen Hinterland angewiesen 3 ).
Dagegen geht südlicher verhältnismäßig schnell ein wichtiges Wolga-
1 ) Auch die Variation über Kineschma, die allerdings verhältnismäßig ein
seitig auf Moskauer Verhältnisse zugesehnitten war, tauchte auf.
2 ) Claus, Die sibirische Eisenbahn, AEW 11 (1888) S. 232.
3 ) Ganz neuerdings heißt es, daß die Kasaner Bahn eine Linie Nischni Nowgo
rod—Kotelnitsch (an der Bahn Wologda—Wjatka) bauen werde.