Full text: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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nach. Die Zusammenknüpfung des schwedischen und des finnischen 
Eisenbahnnetzes wurde Ende April 1915 durch die Vereinbarung 
erreicht, daß die Brücke über den Torne-elf zwischen Haparanda 
und Torneä mit doppelter Spurweite gebaut wird, so daß die 
schwedischen Züge direkt bis Torneä und die finnischen bis Haparanda 
fahren können. Man nimmt übrigens an, daß die Verbindung erst 
Frühjahr 1917 völlig beendet sein wird. Dagegen wurde der Bahn 
bau auf schwedischer Seite derart gefördert, daß bereits im Hoch 
sommer 1915 die Züge bis Haparanda durchgeführt werden konnten. 
Auch der Austausch deutscher und russischer Schwerverwundeter 
vollzieht sich seitdem über Torneä und Haparanda, die durch eine 
Holzbrücke miteinander verbunden sind. Mit der Fertigstellung der 
Bahn bis Haparanda verloren die beiden Karungi wieder jedwede 
Bedeutung. — 
Wenig soll für das Innere des Reiches und den Westen geschehen, 
wiewohl es an noch nicht genehmigten Projekten auch hier nicht mangelt. 
So entwickelt das natürliche Verkehrszentrum Moskau bedeutende Pläne, 
wie den einer direkten Verbindung mit Wilna, wodurch der denkbar 
kürzeste Weg nach Mitteleuropa zustande käme. Ein privates Unter 
nehmen will Lgow, den Ausgangspunkt der Nord Donezbahnen über 
Trubschewsk, Surash, Mohilew mit Ponewjesh verbinden und so, wie 
es sagt, einen neuen abkürzenden Bezugsweg für englische Kohle von 
Libau zum Süden gewinnen 1 ). Das sind aber noch Projekte. Wie bei 
Petrosawodsk, der Hauptstadt der Olonezprovinz, steht dagegen auch 
die Anknüpfung des anderen bisher ohne Bahn gebliebenen Gouverne 
mentssitzes im eigentlichen Rußland an das Bahnnetz ganz nahe bevor. 
Die podolische Eisenbahngesellschaft (Graf Potozki) erhielt am 21. Februar 
1909 die Erlaubnis, eine Linie von Schepetowka an der Bahn Rowno— 
Kasatin über Proskurow (an der Bahn Wolotschisk—Shmerinka) nach 
Kamenez, der podolischen Hauptstadt (224 W), anzulegen 2 ). Auch das 
noch immer sehr verkehrsarme Waldsumpfland Poljesje wird eine neue 
Bahn erhalten, Shlobin—Korosten (an der Bahn Sarny—Kiew), die voraus 
sichtlich über Mosyr und Owrutsch geführt wird. Ferner soll in Polen, 
über das an anderer Stelle ausführlich die Rede sein wird, einiges ge 
schehen. Die Nachrichten widersprechen sich, doch ist die Bahn Lo- 
witsch—Kolo—Stralkowo schon vor mehreren Jahren genehmigt worden. 
Anscheinend sollten die beiden der preußischen Grenze nicht fern ge 
legenen Provinzhauptstädte Plozk und Lomsha nach russischer Absicht 
*) Es liegt ja auch nahe, daß durch diese Bahn der Transport der Donezkohle 
zu den baltischen Provinzen erleichtert wird. 
2 ) Die Bahn ist bereits 1914 vollendet worden. Proskurow wurde nach 
dem Zurück weichen der Russen aus Lemberg der Sitz der galizi,sein russischen 
Eisenbahndirektion. 
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