1. Geschichte der russischen Bahnen.
I. Anfänge der Eisenbahnen. Die Zeit der Herrschaft des
Staatshahnprinzips, 1837—1857.
Das Geburtsjahr der russischen Eisenbahnen ist das Jahr 1837 x ).
Also um dieselbe Zeit wie in den übrigen wichtigeren europäischen
Staaten, etwas früher als die Eröffnung der ersten preußischen Eisen
bahn (Berlin—Potsdam, 1838) und der ersten italienischen (1839), ein
ganzes Jahrzehnt zeitiger als in Spanien (1848), wurde die kurze, etwas
über 25 W (27 km) lange Strecke St. Petersburg—Zarskoje Selo—Paw-
lowsk eröffnet. Gebaut hatte diese von einer Privatgesellschaft geleitete
Balm der Österreicher Gerstner, der in seinem eigenen Heimatlande
*) Für die Geschichte des russischen Eisenbahnwesens bietet namentlich
das „Archiv für Eisenbahnwesen“ (AEW) sehr wertvolle Beiträge. Über die
Leistungen und die Neubauten unterrichten die seit 1882 alljährlich erschienenen
„Betriebsergebnisse der russischen Eisenbahnen“ (von Mertens), ferner die Aus
führungen über „die Eisenbahnen im Kaiserreich Rußland“ (1884—1900). Hierhin
gehören auch die seit 1897 alljährlich veröffentlichten Abhandlungen „Statistisches
von den Eisenbahnen Rußlands“. In ähnlicher Weise werden die finnländischen
Staatseisenbahnen behandelt, seit 1883 in etwas größeren, seit 1896 in regel
mäßigeren Zwischenräumen. Zusammenfassend orientieren die Aufsätze von
Matthesius über die „Russische Eisenbahnpolitik“. Der Zeitraum von 1836 bis
1881 wird im AEW 26 (1903) S. 933 und 27 (1904) S. 72 behandelt, die Periode
bis 1903 in mehreren Aufsätzen der Jahrgänge 28—32 (1905 —1909). Auch Mertens
gab im AEW 27 (1904) S. 1041 bei einer Übersicht über die russischen Bahnen
im Jahre 1901 einen Rückblick über die Entwickelung von 1882 bis 1901, wie auch
Claus sich AEW 10 (1887) S. 54 mit der älteren Geschichte der russischen Eisen
bahnen beschäftigte. Von Einzelaufsätzen allgemeineren Charakters seien er
wähnt: „Die Einführung des allgemeinen russischen Eisenbahngesetzes vom 12. Juni
1885“ (8, S. 643; 9, S. 98), ferner Krüger, „Die Gruppen und die Generalkonferenz
der russischen Eisenbahnen“ (13, S. 284), Schultz-Niborn, „Neuere Gestaltung
des Eisenbahnwesens und Tarifreform in Rußland“ (15, S. 240), Wittschewsky,
„Die Eisenbahnfinanzen Rußlands“ (27, S. 562), Mert ens, „Die Durchsicht der
• russischen Getreidetarife“ (20, S. 181, 401, 1207). Mit einzelnen Bahnsystemen
beschäftigte siehThieß, „Die russischen Südwestbahnen“ (24, S. 366), „Die Jekate-
rinenbahnen Rußlands“ (30, S. 1325), während Mertens den Ausbau des Eisen
bahnnetzes im Norden behandelte (32, S. 188). Auf diese und ähnliche Arbeiten
im Archiv und in anderen Zeitschriften wird unten noch verwiesen.
Tuckerraann, Verkehrsgeographie.
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