126
des Privatgrundbesitzes bedingt war und das noch vor dem
Kriege zu einem gewaltigen Anschwellen der Preise für landwirtschaftliche
Produkte führte.*) Der Gegensatz zwischen
Stadt und Land wird nach und nach verschwinden, und damit
zugleich wird die spezifische „Idiotie des Landlebens“ verschwinden.
Die Produktivkräfte der menschlichen Gesellschaft
werden sich auf die verschiedensten Gebiete verteilen, je nach
den passendsten natürlichen Bedingungen (Nähe von Rohstoff-
und Brennmaterialquellen usw,). Die Frage nach dem
„Standort der Industrie“ wird nun gelöst werden, schon unabhängig
von der Existenz kapitalistischer Schranken, und die
Entwicklung der Produktivkräfte wird mit Riesenschritten
sicher und gemessen vorwärtsschreiten.
*) Die bürgerlichen Oekonomen erblickten die Ursache dessen in dem
„natürlichen Gesetz“ der abnehmenden Fruchtbarkeit des Bodens, das eine
lange „Geschichte" hinter sich habe. Eine ausgezeichnete Untersuchung
dieses „Gesetzes“ finden wir in der Arbeit des Gen, N. Lenin: „Die Agrarfrage
und die Marx-Kritiker". Die bürgerliche Wissenschaft, die dieses Gesetz
als immanentes Gesetz der landwirtschaftlichen Produktion aufstellte,,
unterstellte der sozialen Kategorie die Naturalkategorie — das ist die
grundsätzliche „Methode" dieser „Wissenschaft“. Eine allgemeine Charakteristik
der technischen Entwicklung unter dem Gesichtswinkel des Verhältnisses
zwischen Stadt und Land gibt Marx in den „Theorien über den
Mehrwert“, Band II, Teil 1, S. 280: „Im ganzen ist anzunehmen, daß in der
roheren vorkapitalistischen Produktionsweise die Agrikultur produktiver
ist als die Industrie, weil die Natur als Maschine und Organismus hier mitarbeitet,
während die Naturkräfte in der Industrie fast noch ganz durch
Menschenkraft ersetzt werden, wie in der handwerksmäßigen Industrie usw.
In der Sturmperiode der kapitalistischen Produktion entwickelt sich die Produktivität
der Industrie rasch gegen die Agrikultur, obgleich ihre Entwicklung
voraussetzt, daß in der Agrikultur schon eine bedeutende Variation
zwischen konstantem und variablem Kapital stattgefunden hat, das heißt, eine
Masse Menschen von dem Ackerbau vertrieben sind. Später geht die Produktivität
in beiden voran, obgleich in ungleichem Schritte, Aber auf einem
gewissen Höhepunkt der Industrie muß die Disproportion abnehmen, das
heißt, die Produktivität der Agrikultur sich rascher vermehren als die der
Industrie.”