heit und in seiner Entwicklung zu verstehen. Dies ist auch begreiflich.
Jene elementaren Beziehungen, deren ideologischen
Ausdruck die Kategorien der Ware, des Preises, des Arbeitslohns,
des Profits usw. bilden, bestehen in der Wirklichkeit und
bestehen zugleich nicht. Sic bestehen nicht und bestehen gewissermaßen
doch; sie bestehen, als würden sic nicht bestehen.
Sic fristen eine seltsame gespenstisch-reale und zugleich realgespenstische
Existenz, etwa wie die Seelen der Entschlafenen
in der altslavischen Vorstellung oder wie die heidnischen Götter
in der frommen christlichen Kirche, Deshalb beginnen die alten
bewährten Werkzeuge des marxistischen Denkens, die von Marx
auf Grund der realen Existenz der entsprechenden Produktionsverhältnisse
geprägt wurden, leicht zu versagen. Aber im Gebrauch
des praktischen Lebens werden sic immer noch unkritisch
gchandhabt, als Mittel zur wirklichen Erfassung der Erscheinungen
des Wirtschaftslebens.*)
*) Dies macht sich auch an dem Zustand unserer praktischen Wirtschaftsliteratur
bemerkbar. Wir greifen, beispielshalber eine Nummer
der seriösen Zeitschrift „Narodnoje chosjastwo“ (Nr, 5, 1919) heraus. Da
schlagen wir den Artikel auf; I. D. Michajlow: „Die Lage des Eisenbahntransports".
Hier finden wir Zahlen des Roheinkommens, der „Ausbeutungsunkosten",
der „Unkosten für die Erhaltung des Personals“, „Ausbeutungsunkösten
pro Werst“, und schließlich „Reingewinne oder Defizit." Alle
angeführten Zahlen bezeichnen die Summen in Rubeln und ziehen den
Vergleich für 1910—1918 und sogar für die erste Hälfte 1919. Ferner berechnet
der Autor gewissenhaft und beharrlich den „Selbstkostenpreis“ —
ebenfalls in Rubeln — von einem Pud im Jahre 1913, 14, 15, 16, 17 und
1918. Indem er diese arithmetischen Uebungen anstellt, zieht er den
Schluß; „Der Selbstkostenpreis des Transportes ist also in den vier Jahren
mehr als um das fünfzigfache gestiegen,“ Welchen Sinn haben alle diese
Berechnungen? Der sogenannte „Rubel-Kurs“ macht genau solche verwunderlichen
Sprünge wie die Ware im Kapitel über den Fetischismus
bei Marx oder die Tische der Spiritisten. Können wir den Rubel als
Maßeinheit benutzen? Dies ist die eine Seite der Frage, Was besagen
diese Ziffern, wenn die regulierende Rolle des Marktes verschwindet? Der
Markt ist jedoch nicht ganz verschwunden; teilweise besteht „freier Markt"
und „freie Preise"; teilweise „Höchstpreise“, und teilweise bekommt man
die Lebensmittel „umsonst". Aber auch das genügt nicht. Was besagen