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I. Tlieil. Statistik der Anträge, Ablehnungen, Annahmen und Abgänge.
Prämienstundung, durch Vorschussgewährung, durch Reduction
der Versicherung geholfen, so werden, auch in schlimmen
Zeiten die Abgänge nicht stark ins Gewicht fallen.
Die Hauptspalte 4 der Tabelle IX dürfte den kundigen
Leser überzeugen, dass bei der Lebensversicherungsbank für
Deutschland allezeit ebensowohl bei der Versicherungs-Werbung
wie bei der Pflege der bestehenden Versicherungen in dem
eben geschilderten Sinne verfahren worden ist. Es sind nur
im ersten Jahrzehnt einmal mehr als 2 Procent (nach Personen
und Summen) aller in dem betreffenden Jahre in Kraft ge
wesenen Versicherungen durch Aufgabe verloren worden. Es
betrugen die Abgänge von Versicherungen, welche eigentlich
hätten fortgesetzt werden müssen:
nach den Personen nach den Summen
Procent der in dem betr. Jahre in Kraft gewesenen Versicherungen
in minimo in máximo in minimo in máximo
im I. Jahrzehnt
» 2. »
» 3 »
» 4. »
» 5. »
0,62 2,18
0,74 1,23
0,45 1,09
0,36 0,75
0,48 0,94
0,57 2,66
0,66 1,38
0,59 1,10
0,37 0,36
0,48 1,26
Das sind durchweg ungemein niedrige Procentsätze; die
selben erscheinen aber in ganz besonders günstigem Lichte,
wenn man erwägt, dass die Mitglieder der Gothaer Bank auch
schon beim Abgänge nach der ersten Prämienzahlung Anspruch
auf die Dividende und auf eine reichlich bemessene Abgangs
vergütung haben.
Die Procentsätze der Abgänge schwanken in der ganzen
fünfzigjährigen Periode hingesehen auf die Personen zwischen
0,36 (1862) und 2,13 (1832), hingesehen auf die Summen
zwischen 0,37 (1862) und 2,66 (1832); eine dauernd steigende
Tendenz macht sich in keiner Periode geltend; höchstens kann
man sagen, dass von 1872 bis 1878 die Procentsätze in steter
Steigung begriffen waren, aber auch in dieser Periode der
grossen wirthschaftlichen Krisis wurden früher schon mehrfach
verzeichnete Sätze nicht überschritten.
Sehr bemerkenswert ist die Höhe der durchschnittlich
auf einen vorzeitig austretenden Theilhaber entfallenden Ver
sicherungssumme. Es betrug diese Durchschnittssumme
im ersten Jahrzent
» zweiten »
» dritten »
» vierten »
» fünften »
6193 Mark
5197 »
5302 »
6036 »
7235 »
Halten wir dagegen die für die gleichen Jahrzehnte maas
gebend gewesenen aus Tab. II oben ermittelten Durchschnitts-
Versicherungssummen der bestehenden Versicherungen, nämlich:
für das erste Jahrzehnt
» » zweite »
» » dritte »
» » vierte »
» » fünfte »
5272 Mark
4835 »
4770 »
5180 »
6045 »
so scheint es sich herauszustellen, dass diejenigen Banktheil-
liaber, welche ihre Mitgliedschaft absichtlich gelöst, oder welche
derselben sonstwie verlustig geworden sind, durchschnittlich
mit wesentlich höheren Summen versichert waren, als die
sämmtlichen Banktheilhaber durchschnittlich. Dabei ist nur
zu berücksichtigen, dass unter den abgegangenen Versicherungs
summen diejenigen, um welche übrigens fortbestehende Ver
sicherungen nur reducirt wurden, mit begriffen sind. Sehr
erheblich kann jedoch der Einfluss nicht sein, welcher durch
Abgänge in den Summen, denen Abgänge in der Personenzahl
nicht zur Seite stehen, herbeigeführt wird. Wenn aber wirklich
vorzugsweise Höherversicherte ihre Versicherungen aufgeben,
so beweiset dies, dass in der Mehrzahl der Fälle die Ver
sitherungs-Aufgabe auf ganz besondere Gründe zurückzuführen
ist, und dass es sich hier in der Mehrzahl der Fälle schwerlich
um Abgänge handelt, welchen hätte vorgebeugt oder welche
hätten verhütdt werden können.