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neuem zur wesentlich einheitlichen, Organisation, nachdem sie
alle übrigen auf gesaugt hatte,*)
Die staatskapitalistischen Produktionsverhältnisse sind,
logisch und historisch, eine Fortsetzung der finanzkapitalistischen
Verhältnisse, deren Vollendung sie bilden. Es ist daher nicht
verwunderlich, daß den Ausgangspunkt ihrer Entwicklung jene
organisatorischen Formen bildeten, die durch das Finanzkapital,
d, h, die Syndikate, Trusts und Banken, gegeben waren. Anstelle
der Trusts, als privater Monopolorganisationen, die nicht nur
kommerziell, sondern auch technisch die Produktion zusammen
fassen, tritt das Staatsmonopol. Die trustartigen Syndikate und
Kartelle werden ebenso durch Staatsmonopole ersetzt. Der Zen
tralisationsprozeß wird durch den Druck der Staatsgewalt be
schleunigt; es entstehen sogenannte Zwangssyndikate und
Zwangskartelle. Den Uebergangstypus bilden die gemischten
Unternehmen, wo der Staat als Mitinhaber, als großer Aktionär
usw, auf tritt, und wo die Form der finanzkapitalistischen Ver
bundenheit zwischen dem Staate und dem Privatunternehmer
tum sich in Form der sogenannten „Beteiligung" („Partizipa
tion") äußert. Diese — im Sinne der Umgestaltung der
Produktionsverhältnisse — wichtigsten Formen sind lange nicht
die einzigen: dazu gehört auch eine ganze Reihe weniger
wesentlicher Veränderungen, wie die staatliche Regulierung und
Kontrolle des Produktionsprozesses (Zwangsproduktion, Nor
mierung, Regelung der Herstellungsmethoden, Reglementierung
des inneren technischen Produktionssystems überhaupt); die
Regelung der Verteilung (Zwangsablieferung und Zwangsauf
nahme; die staatliche Versorgung, Staatsmagazine, Preistaxierung,
das Kartensystem usw, usw,)**) Eine besondere und dabei außer-
*) Selbstverständlich verhält es sich so mit dem „reinen Typus" des
Staatskapitalismus, der sich real lediglich als Tendenz offenbart.
**) lieber Deutschland vergl, die Angaben Johann Müllers in: „Natio
nalökonomische Gesetzgebung", Jahrbücher für Nationalökonomie und
Staat. 1915. lieber Frankreich s. Ch. Gide; „The Provisioning of France