Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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Prozeß der sozialen Reorganisation sich auf jene Faktoren 
stützen, die von der vorhergehenden Entwicklung geschaffen 
worden waren. Die materiellen Organisationsformen waren in 
den Arbeiterorganisationen gegeben: in den Gewerkschaften, in 
den sozialistischen Parteien und zum Teil in den Genossen 
schaften, mit ihrem ganzen Hilfs- und Nebenapparat. Die 
ideologischen Formen bestanden in der eigentümlichen Mentalität 
des Arbeiterpatriotismus, der zum Teil eine Umformung der 
Ueberreste der alten kleinbürgerlichen Mentalität darstellte, zum 
Teil aber das Produkt der relativen und zeitweiligen Interessiert 
heit der Arbeiterklasse an der imperialistischen Politik darstellte. 
Schließlich war die Methode der Umformung dieselbe Methode 
der Unterordnung unter den allumfassenden bürgerlichen Staat. 
Der Verrat der sozialistischen Parteien und der Gewerkschaften 
drückte sich gerade darin aus, daß sie in den Dienst des bürger 
lichen Staates traten, daß sie durch diesen imperialistischen Staat 
eigentlich verstaatlicht wurden, daß sie sich in „Arbeitsressorts" 
der Militärmaschine verwandelten. Die Verstaatlichung dieser 
Organisationen hatte zum ideologischen Aequivalent die eigen 
tümliche bürgerliche Verstaatlichung der proletarischen Mentali 
tät; dies drückte sich darin aus, daß die Theorie des sogenannten 
Burgfriedens eine gewaltige Verbreitung erlangte und selbst von 
proletarischen Kreisen anerkannt wurde. Natürlich, neben 
diesen Methoden entwickelten sich nach wie vor auch Methoden 
der direkten mechanischen Einwirkung und Unterdrückung, Me 
thoden der direkten Zwangsmaßnahmen. 
Auf diesem Wege wurde die höchstmögliche Stabilität der 
kapitalistischen Teilsysteme erreicht unter den Bedingungen, in 
die sie der große imperialistische Krieg versetzte, d, h, unter den 
Bedingungen der fürchterlichen Gleichgewichtsstörung im ganzen 
We//system der kapitalistischen Gesellschaft, 
Damit unsere Untersuchung alle Grundtendenzen zur Orga- 
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