Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

55 
Nach all dem Gesagten wird es theoretisch unschwer sein, 
die Ursachen des Zerfalls der verschiedenen Arten der hierar 
chischen Beziehungen- in der kapitalistischen Gesellschaft zu be 
greifen, die sich unter den Bedingungen der erweiterten negativen 
Reproduktion vollziehen. 
Am besten wird der Prozeß der Zersetzung und später der 
des revolutionären Zerreißens der kapitalistischen Verbindungen 
an der Armee sichtbar. Die imperialistische Armee gerät deshalb 
in Zersetzung, weil — grob ausgedrückt — ,,die Zucht der Sol 
daten abnimmt“, d. h, weil die unteren Kettenglieder der Hierar 
chie nicht mehr als Kettenglieder dieser Hierarchie dienen können. 
Der revolutionäre Bruch in den Verbindungen tritt bei einer mehr 
oder weniger organisierten Massendesorganisation des „ganzen 
Apparates“ ein, die eine notwendige Vorbedingung für den Sieg 
der neuen Klasse ist. Diese Desorganisation bedeutet auch den 
Zusammenbruch des gegebenen Systems, Eine „vorübergehende 
Anarchie“ ist also, objektiv betrachtet, eine absolut unvermeid 
liche Etappe des revolutionären Prozesses, die im Zusammen 
bruch des alten „Apparats“ ihren Ausdruck findet. 
Ungefähr dasselbe geschieht auch mit dem technischen Pro 
duktionsapparat der kapitalistischen Gesellschaft, Wie wir ge 
sehen haben, sind die Produktionsverhältnisse zugleich auch tech 
nische Verhältnisse, und die soziale Hierarchie ist zugleich eine 
Hierarchie in der Technik, Es ist daher absolut klar, daß die 
Zersetzung und die revolutionäre Auflösung der sozialen Ketten 
glieder des Systems als unumgängliche Kennzeichen des Zu 
sammenbruches einen Zerfall des „technischen Apparates“ der 
Gesellschaft bedeuten, soweit wir die technische Organisation 
der Menschen dieser Gesellschaft im Auge haben. 
Aber daraus ergibt sich, daß man von den alten Wirtschafts 
apparaten nicht ganz „Besitz ergreifen" kann. Die „Anarchie“ 
in der Produktion oder, wie es Prof, Grinewetzki bezeichnet, die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.