Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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Theoretisch ist dadurch die Verwirklichung des Kommunis 
mus natürlich noch nicht. erwiesen. Die Frage nach seinen Vor 
aussetzungen und der Wahrscheinlichkeit seiner Realisierung, — 
diese Frage deckt sich logisch keineswegs mit der Frage nach 
dem Zusammenbruch des Kapitalismus, Theoretisch ist eine 
weitere Zersetzung denkbar, ein „Untergang der Kultur", eine 
Rückkehr zu den primitiven Formen der mittelalterlichen Halb- 
natural-Wirtschaft, kurzum, jenes Bild, das Anatole France am 
Schluß seiner „Insel der Pinguine" ausmalt. Diese Frage 
schieben wir einstweilen bei Seite, um sie später zu untersuchen. 
Aber jetzt dürfen wir behaupten, daß eine Wiederherstellung 
des alten kapitalistischen Systems unmöglich ist. Die Elemente 
des technischen Produktionsapparates (die Personenelemente) 
müssen in neuen Kombinationen genommen werden, müssen 
durch einen Zusammenhang neuer Art verbunden werden, 
' damit eine Entwicklung der Gesellschaft möglich ist. Die Mensch 
heit steht also vor dem Dilemma: entweder „Untergang der 
Kultur“ oder Kommunismus, nichts Drittes ist möglich. 
Für die Voraussetzung, daß nach einer Reihe von Produk 
tionskreisläufen die Produktivkräfte zu wachsen anfangen wer 
den, muß eine grundsätzliche Vorbedingung da sein: das Wachs 
tum der sozialistischen (zum Kommunismus sich bewegenden) 
Produktionsverhältnisse. In diesem Fall werden die „Unkosten 
der Revolution“ (sowohl der „Ausfall im Arbeitsprozeß" als auch 
die direkten Verausgabungen der gesellschaftlichen Energie im 
Prozeß des Bürgerkrieges) jenen Preis ausmachen, mit dem die 
Menschheit sich die Möglichkeit einer Weiterentwicklung erkaufen 
wird. 
mannes hinausgeht, betrachtet Prof. Grinewetzki in seinem Buch die Frage 
ausschließlich vom Standpunkt der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, 
als einer urewigen Universalkategorie des menschlichen Seins, Dem künf 
tigen Geschichtsschreiber der Ideologien wird jene wahrhafte Hühner 
blindheit geradezu komisch erscheinen, die die bürgerlichen Gelehrten in 
einem Zeitalter der größten sozialen Umwälzungen auszeichnete.
	        
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