Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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die Frage nach der sogenannten „Reife" der kapitalistischen Ge 
sellschaft für ihren Uebergang durch die Phase der proleta 
rischen Diktatur in die kommunistische Gesellschaft beantwortet 
wird. Früher wurde die Frage in sehr allgemeiner und etwas 
primitiver Formulierung gestellt. Nämlich als Grundkriterium 
der „Reife“, insofern es sich um „objektive" Voraussetzungen der 
kommunistischen Gesellschaftsstruktur handelt, wurde der Grad 
der Konzentration und Zentralisation des Kapitals betrachtet, 
ferner das Vorhandensein eines bestimmten „Gesamtapparates“ 
und die ganze Summe der Produktionsverhältnisse, die von der 
kapitalistischen Produktionsentwicklung zu einem Knoten ge 
schürzt sind. Jedoch genügt eine solche Fragestellung, wie sie sich 
aus der vorhergehenden Untersuchung ergibt, nicht. Denn gerade 
dieser zentralisierte „Apparat“ zerfällt im Prozeß der Revolution, 
und folglich kann er in toto als Grundlage der neuen Gesellschaft 
nicht dienen.*) 
*) Die liberalen Professoren und ihre opportunistischen Nachbeter, die 
den Sozialismus nicht sehen wollen, aber anstandshalber dies durch angeb 
lich „wissenschaftliche" Argumente rechtfertigen möchten, interpretieren 
daher Marx auf ihre eigene Manier. So z. B. schreibt Franz Oppenheimer, 
der Lehrer P. Maslows: „Die ungeheure Ueberzahl und Uebermacht des 
Proletariats , . . expropriiert die Expropriateure, die gar keinen ernsthaften 
Widerstand leisten können, und übernimmt den vollkommen fertigen Mecha 
nismus der Produktion und Verteilung, der unverändert und unerschüttert 
weiter läuft. . , . Das ist die Marx'sche Theorie der Vergesellschaftung." 
Franz Oppenheimer: „Zur Theorie und Vergesellschaftung”, im Sammelwerk 
„Wege und Ziele der Sozialisierung", hg. von Ingenieur Dr. Hermann Beck. 
(Verl. „Bund Neues Vaterland", Berlin, S. 16.) Dr. Prange (s. dasselbe Buch) 
nennt dies eine „klare Darstellung der marxistischen Theorie" (S. 79). Die 
ehrwürdigen Professoren glauben offenbar, daß die Börse, Agiotage und 
Spekulation für die sozialistische Gesellschaft ebenso charakteristisch sind 
wie die Tugend für die Heilige Jungfrau, und daß die Geburt des sozia 
listischen Apparates der Produktion und Verteilung die kapitalistische 
Jungfräulichkeit nicht im geringsten stört. Ihnen echot Otto Bauer: „Sie 
(die Expropriation) kann und soll sich nicht vollziehen in der Form einer 
brutalen (! !) Konfiskation . . . denn in dieser Form könnte sie sich nicht 
anders vollziehen als um den Preis einer gewaltigen Verwüstung der Pro 
duktionsmittel, die die Volksmassen verelenden, die Quellen des Volks-
	        
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