Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

Ist der Zerfall der kapitalistischen Produktionsverhältnisse 
einmal real gegeben und ist die Unmöglichkeit der Wiederher 
stellung derselben theoretisch einmal bewiesen, so entsteht die 
Frage, wie das Dilemma: „Untergang der Kultur" oder Sozialis 
mus gelöst werden soll. In den Grundzügen ist diese Frage durch 
die vorhergehende Untersuchung gelöst. In der Tat, wir sahen, 
daß das Zeitalter des Zerreißens der technisch-sozialen Schichten 
der Produktion im großen und ganzen die Einheit des Proletariats 
beibehält, das vor allen Dingen die materielle Basis der zu 
künftigen Gesellschaft verkörpert. Dieses entscheidende und 
grundlegende Element zerfällt im Verlaufe der Revolution nur 
teilweise. Andererseits schließt es sich ungeheuerlich zusammen, 
erzieht sich neu, organisiert sich. Den empirischen Beweis da 
für liefert die russische Revolution mit ihrem relativ schwachen 
Proletariat, das sich dennoch als geradezu Unerschöpfliches Re 
servoir organisatorischer Energie erwies, 
„Die mathematische Wahrscheinlichkeit" des Sozialismus 
verwandelt sich unter diesen Umständen in „eine praktische Ge 
wißheit“, 
Doch muß man dabei auf den Gedanken ganz verzichten, 
daß die unumgängliche Bedingung der Erhaltung und Entfaltung 
des neuen Systems, nämlich der Fortschritt der Produktivkräfte 
(eine Bedingung, die subjektiv genommen die Klassenaufgabe des 
Proletariats darstellt), sich gleich zu Beginn des Umschwunges 
Uebcrspckulation leichter überwunden wird. Durch alles dies sind die 
meisten Krisenherde und Gelegenheiten zur Krisenbildung beseitigt oder 
stark abgeschwächt. Daneben weicht die Konkurrenz im inneren Markt 
zurück vor den Kartellen und Trusts, während sie auf den äußeren Markt 
beschränkt wird durch Schutzzölle. . . , Aber diese Schutzzölle selbst sind 
nichts anderes als die Rüstungen für den schließlichen allgemeinen Industrie 
feldzug, der über die Herrschaft auf dem Weltmarkt entscheiden soll. So 
birgt jedes der Elemente, das einer Wiederholung der alten Krisen ent 
gegenstrebt, den Keim einer weit gewaltigeren künftigen Krise in sich.“ 
(„Das Kapital" III,, 2, S, 27, Anmerkung 8.)
	        
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